Sport : Schock für den Aufsteiger

Tischtennisspieler Dimitrij Owtscharow wird positiv auf Clenbuterol getestet

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Berlin - Vor einer Woche noch ist Dimitrij Owtscharow Mannschafts-Europameister im Tischtennis geworden. Jetzt gehört er nicht einmal mehr zur Nationalmannschaft. Nach einer positiven Dopingprobe hat ihn der Deutsche Tischtennis-Bund mit sofortiger Wirkung suspendiert und damit das Verfahren befolgt, das in solchen Fällen vorgeschrieben ist. Der EM-Titel kann den Deutschen jedoch nicht mehr abgenommen werden.

Owtscharow hatte sich zuletzt bis auf Platz 13 der Weltrangliste hochgearbeitet und ist damit hinter Timo Boll der zweitbeste deutsche Spieler. „Ich bin schockiert und beschwöre öffentlich, dass ich noch nie in meinem Leben eine verbotene Substanz zu mir genommen habe“, teilte der 22-Jährige über seinen Anwalt Michael Lehner mit, der schon einige Verfahren mit Dopingbetroffenen geführt hat. Lehner sagte: „Ich fresse zehn Besen, wenn er das Mittel vorsätzlich genommen hat.“ Nachgewiesen wurde bei Owtscharow Clenbuterol, das fettverbrennend und muskelbildend wirkt.

Clenbuterol stammt aus der Kälbermast, hat aber in Deutschland schon Sportgeschichte geschrieben. 1992 wurden die Leichtathletinnen Katrin Krabbe, Grit Breuer und Manuela Derr mit Clenbuterol überführt. Ihr Trainer war Thomas Springstein. Noch immer ist Clenbuterol ein gängiges Mastmittel, das ist auch Owtscharows Erklärung für den positiven Test. Vom 16. bis zum 22. August spielte er bei den China Open mit. Die Dopingprobe gab er am Abend nach seiner Rückkehr ab, also am 23. August. „Es liegt für mich deshalb nahe, dass ich im normalen Nahrungsmittelkreislauf, also etwa bei den täglichen Fleischmahlzeiten in China, Opfer einer Nahrungsmittelkontamination geworden bin“, teilte er mit.

Mario Thevis, Professor am Zentrum für präventive Dopingforschung in Köln, hält das für möglich: „Wir haben schon vor den Olympischen Spielen in Peking gewarnt, dass Anabolika und Clenbuterol auch heute in manchen Ländern in der Tiermast eingesetzt werden.“ Gerade in China sind solche Mastmittel verbreitet.

Die nächsten Verteidigungsschritte sind für Anwalt Lehner klar: „Antrag auf Öffnung der B-Probe, genaue medizinische Untersuchung, Recherche über das Kontaminationsrisiko von Clenbuterol in China, Untersuchung aller Nahrungsergänzungsmittel.“ Eine Haaranalyse kann zudem feststellen, ob Clenbuterol einmal oder mehrmals eingenommen wurde. „Ich will erreichen, dass ein Disziplinarverfahren gegen Owtscharow erst gar nicht eröffnet wird“, sagte Lehner. Dann könnte er sofort ins Nationalteam zurück.

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