Sport : Schon wieder da

Marko Rehmer spielt mit Frankfurt gegen Hertha

Mathias Klappenbach

Berlin - Einen besonderen Status hat Marko Rehmer nicht. „Ich bin normal aufgenommen worden. Ich bin ja umgänglich und habe mich schnell integriert“, sagt der 33 Jahre alte Fußballprofi. „Das ist genauso, als wenn jemand anderes seinen Arbeitsplatz wechselt.“ Rehmer hat sechs Jahre für Hertha BSC gearbeitet, in dieser Saison verteidigt er für den Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt, der am Samstag im Berliner Olympiastadion spielt.

Marko Rehmer hat seine Heimatstadt verlassen, weil er hier keinen Job mehr hatte, der seinen Fähigkeiten entspricht. Jenen Fähigkeiten, die ihn zum 35-maligen Nationalspieler machten, 2002 stand er in dem Kader, der Vize-Weltmeister wurde. Doch sein Vertrag bei Hertha war nicht mehr verlängert worden, Rehmer hatte in der vergangenen Saison kein Bundesligaspiel mehr bestritten. Drei Mal kam er im Regionalligateam zum Einsatz, zudem stand er beim 2:3 gegen Eintracht Braunschweig in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf dem Platz.

In der Bundesliga hätte Marko Rehmer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wieder eingesetzt werden dürfen, weil er vor dem Saisonstart für neun Spiele gesperrt worden war. Er hatte gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen, als er die Einnahme eines Schmerzmittels nicht angezeigt hatte und dann positiv getestet wurde.

Nach diesem Fehler, der ihn auch sein Gehalt von fast 400000 Euro für die Zeit der Sperre kostete, fand Marko Rehmer erst recht nicht mehr in die Rolle zurück, der er seit einem schweren Foul im Jahr 2002 hinterherlief. Seit dieser Zeit zeigte der einst so schnelle und zweikampfstarke Verteidiger seine Klasse wegen vieler Verletzungen und häufig auftretender Migräne nur noch äußerst selten. Bei Hertha nahm er im vergangenen Jahr zwar noch am Training teil, ein richtiger Teil der Mannschaft war er nicht mehr. „Das letzte Jahr war natürlich nicht einfach, aber ich wurde ganz normal verabschiedet, als der Vertrag ausgelaufen war. Das ist doch nichts Besonderes“, sagt Rehmer. Auch die Zuschauer im Olympiastadion trauerten ihm nicht besonders hinterher: Eine Integrationsfigur wie etwa Stefan Beinlich war der Berliner für die Hertha-Fans nie.

Über die Vergangenheit will Rehmer nicht mehr viel sprechen. „Jetzt bin ich froh, wieder das Wichtigste machen zu dürfen: am Wochenende Fußball spielen. Das ist der Hauptjob.“ Im Gegensatz zu anderen ausgemusterten Hertha-Profis wie Giuseppe Reina oder Fredi Bobic, die nach wie vor einen neuen Verein suchen, hat Rehmer jemanden gefunden, der auf seine Erfahrung vertraut und daran glaubt, dass er noch einmal so spielen kann wie in den besseren Zeiten seiner Profi-Karriere.

In Frankfurt hat Marko Rehmer einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben, er würde „auch länger bleiben“, sagt er. Sein Lebensmittelpunkt sei aber in Berlin, dahin werde er auch später auf jeden Fall wieder zurückkehren. Am Samstag im Olympiastadion (15.30 Uhr) rechnet Marko Rehmer nicht damit, ausgepfiffen zu werden. „Ich lasse mich von der Reaktion der Fans überraschen“, sagt er.

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