Sport : Schrei nach Sicherheit

Vor allem die Abwehr bereitet dem 1. FC Union zurzeit Sorgen – Ahmed Madouni soll das ändern

Foto: Matthias Koch
Foto: Matthias Koch

Berlin - Unter der Woche wehte ein Hauch von Fußballgeschichte über das Gelände an der Alten Försterei. Ahmed Madouni war im Training mit Christian Stuff zusammen geprallt und musste anschließend behandelt werden. Das Blut, der Verband und das Tor, welches Madouni wenig später im Trainingsspiel per Kopf erzielte, erinnerten stark an Dieter Hoeneß, der nahezu identisch das Pokalfinale 1982 zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg entschieden hatte.

Aus Sicht des 1. FC Union bleibt nach dem Vorfall zu hoffen, dass Madouni und Stuff ihre Orientierungsschwierigkeiten inzwischen behoben haben, denn beide werden heute beim wichtigen Heimspiel gegen den VfL Bochum (13 Uhr, live bei Sky) die Innenverteidigung der Berliner bilden. „Ahmed wird neben Christian Stuff auflaufen“, bestätigt Uwe Neuhaus. Beim 0:4-Debakel am vergangenen Wochenende in Dresden saß Madouni die komplette Spielzeit auf der Bank und wurde so automatisch zu einem der wenigen Berliner Gewinner. Daniel Göhlert und vor allem Christian Stuff hatten gegen Dynamo einen ganz schlechten Tag erwischt und wirkten gegen die schnell kombinierenden Dresdener ziemlich überfordert. So wäre Madouni vermutlich auch ins Team zurückgekehrt, wenn sich Daniel Göhlert am Sonnabend keiner Steißbeinoperation hätte unterziehen müssen. Göhlert wird dem 1. FC Union mehrere Wochen fehlen, sein Ausfall vergrößert die ohnehin schon gravierenden Abwehrprobleme beim Berliner Zweitligisten noch mehr. Neun Gegentore hat Union in dieser Saison schon hinnehmen müssen – so viele wie keine andere Mannschaft der Liga. Die Gründe dafür sind vielfältig. Immer wieder gibt es in der Berliner Hintermannschaft Abstimmungsprobleme, gerade wenn es gegen quirlige, technisch versierte Angreifer geht. Dazu kommt die hohe personelle Fluktuation im defensiven Bereich: Zuerst versuchten sich Madouni und Stuff in der Innenverteidigung, dann Stuff und Göhlert. Auf der rechten Verteidigerposition wurde Marc Pfertzel zwischenzeitlich von Christoph Menz verdrängt, gegen seinen Ex-Klub aus Bochum bekommt Pfertzel nun wohl eine neue Chance in der Viererkette. Und im Tor kamen verletzungsbedingt bereits drei verschiedene Schlussmänner zum Einsatz – nach nur vier Spieltagen.

Dabei benötigt Union momentan vor allem eines: Kontinuität. Die Szenerie erinnert stark an die vergangene Saison, auch damals tat sich Uwe Neuhaus lange schwer, die passende Formation zu finden. Mehr Stabilität erhofft sich Unions Trainer von Madounis Hereinnahme: „Ahmed ist von seiner Persönlichkeit her dazu geeignet, die Mannschaft zu führen“, sagt Neuhaus, der zuvor mit den Leistungen des Algeriers nicht einverstanden war. „Er hat wohl selbst gemerkt, dass er im Training mehr machen muss, um in die Mannschaft zu kommen.“

Nach Göhlerts Ausfall wird sich Madouni zunächst beweisen können, Konkurrenz im Kader gibt es kaum. Auch deshalb könnte es gut sein, dass der 1. FC Union bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch was unternimmt.

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