Sport : Schrumpft sich die Liga wirklich gesund ? (Kommentar)

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Nach dieser Saison wird die Regionalliga nur noch zweigleisig fahren. Von derzeit 72 Regionalligisten können sich 37 für die beiden neuen Ligen Nord und Süd qualifizieren. Dabei geht es nicht um eine bloße Zusammenfassung der jetzigen Spielklassen, auch geographisch sind Umstrukturierungen angesagt: Je zwölf Klubs aus den Regionalligen Süd und West/Südwest qualifizieren sich, aus dem Norden hingegen nur sechs und aus der Nordost-Staffel sieben. Die oft zitierte "dritte Bundesliga" ist eine kleine Mogelpackung, denn der Name "Regionalliga" bleibt. Zudem werden die Ligen weiter als die höchste Amateur-Spielklasssen geführt, allerdings unter Hoheit des DFB. So müssen sich alle potentiellen Teilnehmer einem Lizenzierungsverfahren unterziehen, welches in puncto Wirtschaftlichkeit und Tauglichkeit der Stadien an das im Profibereich angelehnt ist. Zudem muß jeder künftige Regionalligist mindestens zwölf deutsche Vertragsamateure im Kader haben.

Im ersten Jahr soll die neue Süd-Staffel 18 Vereine haben, die Nord-Liga 19. Für den Nordosten bedeutet dies: Die ersten sechs qualifizieren sich direkt für die neue dritte Liga, der Siebtplazierte kann den Sprung in Entscheidungsspielen gegen den Sieger aus der Relegation der beiden Oberligameister des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) schaffen. Die sieben Plätze stehen dem NOFV in jedem Falle zu, unabhängig davon, wie viele Nordost-Vertreter aus der 2. Bundesliga absteigen. Die elf oder zwölf Regionalligisten, die den Sprung auf die vorderen Plätze verpassen, rutschen in die Viertklassigkeit.

Auch das Geld spielt eine große Rolle bei der Neueinteilung des Unterbaus. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Fernsehrechte steigen in den künftigen Regionalligen. Pro Klub soll es in der ersten Saison 600 000, in der zweiten schon 900 000 Mark geben. Zum Vergleich: In dieser Spielzeit erhalten die Nordost-Klubs nur 200 000 Mark. Zudem erhofft man sich ob der schlankeren Ligen und damit auch dichter werdenden prominenten Vereinsnamen eine bessere Vermarktung. Ob die Rechnung aufgeht? Denn das Lokalkolorit wird vielfach wegfallen, zugleich schnellen die Reisekosten in die Höhe. Für die Berliner Vertreter dürfte beispielsweise die Frage Münster oder Babelsberg ziemlich leicht zu beantworten sein.

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