Sport : Schüler schlägt Lehrer

Nadal besiegt Moya und ist im Halbfinale von Paris

Petra Philippsen

Paris - Für die Dauer des Matches sollte ihre Freundschaft ruhen. „Auf dem Platz sind wir Rivalen, wir wollen beide unbedingt gewinnen“, sagte Rafael Nadal vor seiner Viertelfinal-Partie bei den French Open gegen Carlos Moya. Ein komisches Gefühl sei es dennoch, gegen jemanden zu spielen, den man quasi hat aufwachsen sehen, musste Moya zugeben. Der 30-jährige Spanier kommt wie der fast zehn Jahre jüngere Nadal von der Insel Mallorca, trainierte mit ihm von dessen frühester Jugend an und wurde zu einem Freund und Mentor für den aktuellen Titelverteidiger bei French Open in Paris.

Rafael Nadal musste sich seinen 6:4, 6:3 und 6:0-Sieg schwer erkämpfen. Beide versuchten, die Ballwechsel mit ihrer besten Waffe zu dominieren: der Vorhand. Nadal demonstrierte ein ums andere Mal, was ihn so besonders gefährlich und vor allem so erfolgreich auf der roten Asche macht: Aus der Bedrängnis heraus spielt er noch Winkel, die eigentlich unmöglich scheinen. Mit seiner ungeheuren Kraft überrollt das Energiebündel die meisten seiner Kontrahenten. Moya unterliefen zu viele Fehler, auch bedingt durch den enormen Druck, den sein Gegner ausübte. Der Musterschüler erteilte seinem Meister jedoch nur im dritten Satz eine kleine Lehrstunde, als Moyas Kräfte ein wenig schwanden.

Moya sollte Recht behalten, dass der Unterschied zwischen ihnen geringer ausfallen würde, als es das momentane Ranking aussagt. Als Nummer 23 der Setzliste hatte er sich bei seiner zwölften Paris-Teilnahme zum vierten Mal ins Viertelfinale gespielt, wo er sich nun dem Weltranglistenzweiten und Titelträger der letzten beiden Jahre geschlagen geben musste. 1998 triumphierte noch Moya in Roland Garros, Nadal saß damals als Zwölfjähriger vor dem Fernseher. Er trifft nun am Freitag im Halbfinale von Paris auf den Serben Novak Djokovic, der erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der letzten vier steht. Petra Philippsen

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