Sport : Schumacher: Bald sind wir wie Taxifahrer

Doppel-Weltmeister Michael Schumacher hält von der geplanten "Technik-Kastration" in der Formel 1 herzlich wenig. "Ich finde diese Regelung nicht so toll. Schließlich betreiben wir einen High-Tech-Sport, und die Dinge immer weiter zurück zu schrauben ist sicher nicht das, was die Fahrer lieben werden", erklärte der Ferrari-Pilot am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Imola. Besonders kritisch äußerte sich der 31-Jährige zum bald verbotenen Boxengassen-Tempobegrenzer in den Cockpits. "In Brasilien kommst du mit 280 km/h angerauscht und musst dann auf 80 herunter bremsen. Da bist du doch kein Rennfahrer mehr, sondern kommst dir bald wie ein Taxifahrer vor." Außerdem befürchtet Schumacher: "Das wird sicher nicht ohne Konfusion und Bestrafungen ausgehen."

Der Internationale Automobil-Verband (FIA) will den Einsatz von Motorelektronik in der Formel 1 künftig eingrenzen. Das Fachblatt "auto motor und sport" berichtet in seiner neuesten Ausgabe, dass vom Großen Preis von Großbritannien an (23. April) strengere Regeln gelten sollen. Die FIA habe die Teams per Fax darüber informiert, dass das Motor-Kennfeld während eines Rennwochenendes nicht verändert werden dürfe. Erlaubt seien nur noch folgende Parameter: Drehzahl, Gaspedalstellung, Luftdruck, Lufttemperatur, Benzindruck und Batteriespannung.

Laut "ams" soll der Tempobegrenzer künftig verboten werden. Um die zugelassenen 80 km/h in der Boxengasse nicht zu überschreiten, müssten wieder Tachometer oder Leuchtdioden ins Armaturenbrett eingebaut werden. Die Leerlaufkontrolle soll erst benutzt werden dürfen, wenn ein Rennwagen schon über 100 km/h schnell war. Durch diese Einschränkung soll verhindert werden, dass dieses eigentlich das Absterben des Motors verhindernde Hilfsmittel als illegale Starthilfe missbraucht wird.

Drei Tage vor dem Großen Preis sprach sich Schumacher für die Wiedereinführung einer Traktionskontrolle aus, die das Durchdrehen der Räder verhindern und möglichst viel Motorleistung auf die Straße bringen soll. Im Rückblick auf den "Frontflügelfall" und die Disqualifikation von David Coulthard regte der Rheinländer an, die technische Abnahme der Autos schon vor dem Rennsonntag, "vielleicht am Freitag oder am Samstag" durchzuführen. Schumacher: "Dann könnten die Teams schon vorher auf Probleme hingewiesen werden." Coulthard war nach dem Brasilien-Grand-Prix disqualifiziert worden, weil die Abmessungen des Frontflügels seines McLaren-Mercedes nicht dem Reglement entsprachen.

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