Sport : SCHWEIZ - TSCHECHIEN

Gruppe A, St. Jakob-Park Basel, 18.00 Uhr, live im ZDF

Statistisch gesehen ist für die Schweiz alles möglich im Eröffnungsspiel gegen Tschechien. Bei bisher zwölf Europameisterschaften seit 1960 gab es beim ersten Auftritt des Gastgebers eine paritätische Verteilung: vier Siege, vier Niederlagen und vier Unentschieden. Dumm nur, dass eine andere Statistik der Schweizer nicht berauschend ist, denn bei zwei EM-Endrundenteilnahmen 1996 und 2004 gelang den Schweizern kein Sieg. Die Gastgeber setzen auf zwei Faktoren: eine Welle der Begeisterung und Tranquillo Barnetta. Davon ist bisher allerdings nur der zweite Faktor sicher. Der Mittelfeldspieler ist nach einer Knieverletzung wieder fit. Das gilt auch für Verteidiger Patrick Müller, wenngleich dem Spieler von Olympique Lyon nach einer Kreuzbandoperation noch die Spielpraxis fehlt. Ob es wirklich eine Woge der Begeisterung in der Schweiz geben wird, hängt auch ganz maßgeblich vom Start in das EM-Turnier ab. Ludovic Magnin verspricht Großes: „Wir werden mit Herz auf dem Platz stehen, um etwas Großartiges zu schaffen.“ Wenn das ganze Land hinter der Mannschaft stehe, könne niemand sie stoppen. Als erstes werden das die Tschechen versuchen. Vor denen haben sie Respekt, „aber keine Angst, diese Vokabel gibt es bei uns nicht“, sagt Kotrainer Michel Pont.

Doch es ist nicht davon auszugehen, dass die Tschechen ihrerseits vor den Schweizern in Ehrfurcht erstarren werden. Aber für den Halbfinalisten von 2004 ist es ein Start ins Ungewisse. Vor allem, weil noch nicht abzuschätzen ist, wie schwer der Ausfall von Tomas Rosicky wiegen wird. Auch muss sich erst noch zeigen, ob das hohe Durchschnittsalter (28 Jahre, neun Monate, 23 Tage) nun Erfahrung bedeutet oder mangelnde Spritzigkeit. Das Prunkstück der Tschechen ist in jedem Fall die Defensive. Ein italienischer Importschlager. Nur fünf Gegentore hat die Abwehr um David Rozehnal (Lazio Rom) in der Qualifikation zugelassen. Unterstützung bekommt er in der Innenverteidigung von Tomas Ujfalusi (AC Florenz). Die beiden Außenverteidiger Zdenek Grygera (Juventus Turin) und Marek Jankulovski (AC Mailand) schließen den italienischen Riegel. Petr Cech fügt sich in dieses italienische Quartett ein, obwohl er sein Geld in England verdient. Im Sturm vertraut Trainer Karel Brückner erstmal den erfahrenen Jan Koller und Milan Baros. Mit Martin Fenin lauert aber bereits ein junges Talent auf der Bank. Für den Fall, dass bei den Tschechen aus der großen Erfahrung doch große Trägheit werden sollte.

Schiedsrichter: Roberto Rosetti (Italien).

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