Sport : Schwimm-WM: In feuchter Luft und trübem Wasser Silber geholt

Sie wollte für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in Fukuoka mit einer Goldmedaille die Basis legen für eine erfolgreiche Schwimm-Weltmeisterschaft. Aber dann musste sich sich im Langstreckenschwimmen über neun Kilometer mit Silber begnügen: Powerfrau Peggy Büchse aus Rostock kletterte bei 35 Grad Celsius ein wenig betrübt aus dem trüben Wasser der Hakata Bay vor Fukuoka: "Natürlich will man als Titelverteidigerin gewinnen, aber ich habe Probleme mit der Luftfeuchtigkeit. Die haben aber alle." Ralf Beckmann, DSV-Cheftrainer und -Sportdirektor, betrachtete den Silber-Auftakt indes als "großen Erfolg". DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff. "Wir haben alle an eine Medaille geglaubt. Peggys Silber nimmt den Druck von der Mannschaft", sagte er.

Die 28-Jährige musste nach 1:00,49 Stunden nur der Italienerin Viola Valli (1:00,23) den Vortritt lassen. "Ich habe bis zur Hälfte des Rennens nicht an eine Medaille geglaubt. Der Druck war enorm", stellte Peggy Büchse fest. Bei ihrer vierten WM war das Silber von Fukuoka ihre achte Medaille. Bronze ging in 1:00,52 Minuten an Hayley Lewis aus Australien. Sie holte bereits ihre sechste WM-Medaille. Nur zwei Sekunden dahinter kam Angela Maurer (1:00,54) vom LSC Wiesbaden auf Rang vier ins Ziel.

"Es ist leichter, Weltmeisterin zu werden, als es zu bleiben" hatte Peggy Büchse noch vor dem Wettbewerb am Momochihama Beach geunkt. Trotz Startnummer eins drohte sie beim Hauen und Stechen am Start kurzzeitig unterzugehen, "aber auch das Problem haben alle". Die Rostockerin absolviert in Fukuoka ein "historisches Mammutprogramm" und startet noch aussichtsreich über zehn Kilometer im Freiwasser, außerdem über 800 und 1500 m im Becken.

"Ich glaube an meine Chance über zehn Kilometer. Dann habe ich drei Tage Pause. Das muss reichen für die beiden anderen Wettbewerbe. Ich bin schon 28 Jahre alt und habe mich noch nie für eine EM oder WM im Becken qualifizieren können. Das ist ein absolutes Highlight", sagt die Langstreckenspezialistin, deren großer Traum trotz aller Erfolge auf den Ultra-Distanzen eine Olympia-Teilnahme bleibt: "Am liebsten über 10 Kilometer."

Bei den Männern setzte sich über fünf Kilometer in Luca Baldini ebenfalls ein Italiener durch. Baldini (55:37 Minuten) gewann vor dem Russen Jewgeni Berutschenko (56:31). Die Bronzemedaille für den zweiten Italiener Fabio Formentini (56:42) unterstrich die großen Ambitionen der "Squadra azzurra" bei den Titelkämpfen in Japan, die zu einem großen Publikumserfolg werden. 100 590 der insgesamt 128 800 verfügbaren Karten waren bis zum Auftakt der Wettbewerbe im Schwimmen, Wasserspringen, Langstreckenschwimmen, Synchronschwimmen und Wasserball verkauft.

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