Sport : Schwitzen für Real

José Camacho wird neuer Trainer in Madrid

Harald Irnberger

Madrid - Temperament hat er, der neue Trainer von Real Madrid: Im Sommer 1998 ließ José Antonio Camacho sich schon einmal von Real als Cheftrainer anheuern. Um dann nach zehn Tagen einen spektakulären Abgang hinzulegen. Die Vereinsbosse hatten in den Verträgen seiner Assistenten die Kündigungsbedingungen nicht so formuliert, wie vereinbart. Und als Trainer der spanischen Nationalelf trat Camacho nach der WM 2002 zurück, weil er sich vom Verband nicht hinreichend unterstützt fühlte.

Camacho kennt Real Madrid noch aus den Siebzigerjahren. Er war als kämpferischer Verteidiger bekannt, mit der Neigung, seinen Mitspielern unentwegt mitzuteilen, wo es langgeht. Seine Trainerlaufbahn begann er in Reals Nachwuchsbereich, betreute dann mit dem Madrider Vorortklub Rayo Vallecano sowie Espanyol Barcelona zwei Zweitligisten. Mit Erfolg: Er führte beide in die Primera Division, die höchste Spielklasse im spanischen Fußball. Das brachte ihm den Posten des Cheftrainers der Nationalmannschaft ein. Zuletzt arbeitete Camacho bei Benfica Lissabon.

Mit Spannung erwarten die Fans in Madrid, wie Vereinsführung und Trainer zusammenarbeiten werden. Nicht zuletzt mit Sportdirektor Jorge Valdano, mit dem zusammen Camacho die Trainerausbildung absolviert hat, gibt es Probleme. Die beiden gelten als inkompatibel. Doch nachdem der zahme Trainer Carlos Queiroz, den sie im vergangenen Sommer verpflichtet hatten, mit fünf Niederlagen für eine Serie sorgte, wie man sie in Madrid noch nie erlebt hat, mussten die Verantwortlichen bei Real ein Zeichen setzen. Und Camacho verkörpert gute Traditionen, was die Anhänger besänftigen könnte. Für Präsident Florentino Perez ist das wichtig – er will im Juli erneut gewählt werden.

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