Sebastian Vettel wartet auf Erfolgserlebnis : Weltmeister mit Startschwierigkeiten

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wirkt vom bisherigen Saisonstart verunsichert und tritt nun auch noch in ein Fettnäpfchen: Der Deutsche vergleicht die Lage in Bahrain mit Brasilien.

Karin Sturm[Manama]

Die Saison hat für den so erfolgsverwöhnten Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel alles andere als glücklich begonnen. Nicht nur, weil er nach dem zweiten Platz von Australien in Malaysia mit einem Beinahe-Crash und in China mit zu hohem Reifenverschleiß zu kämpfen hatte. Das Grundproblem ist, dass sein Red-Bull-Wagen im Moment einfach noch nicht schnell genug ist und sich Vettel darin auch nicht rundum wohlfühlt. Ob das jetzt in Bahrain schon deutlich besser wird, daran hat sogar er selbst leichte Zweifel. „Das Auto ist grundsätzlich etwas zu nervös. Und es lag seit Schanghai nur eine Woche dazwischen, wir können keine Wunder erwarten.“

Nicht nur das Auto scheint nervös zu sein – auch Vettel selbst hat unter dem Druck, dass nichts so funktioniert wie geplant, ein bisschen von seiner Souveränität eingebüßt. Sonst hätte er sich nicht mit ungeschickten Äußerungen zum Thema Bahrain in die Nesseln gesetzt: Es sei doch alles nicht so wild, die Medien würden ja nur Hype machen, in Brasilien sei es schließlich auch gefährlich. Ein Vergleich, für den sich die Red-Bull-Pressesprecherin hinterher sogar bei den brasilianischen Journalisten entschuldigte. Verglichen mit der Sensibilität, mit der Vettel etwa letztes Jahr in Indien auf das Land und eventuelle Probleme einging, sich dort auch umschaute, ließ er in Bahrain nur den Schluss zu, dass er sich gerade nur auf sein Auto konzentriert.

Es trägt sicher nicht zu Vettels Beruhigung bei, dass er in Bahrain mit der neuen Auspuffversion fährt, ebenso wie Mark Webber. In China hatte er eine alte benutzt, mit der er sich im Auto wohler fühlte, die aber nach ausgiebigen Analysen im Team zu wenig Entwicklungspotenzial besitzt. Dass sich diese Umstellung auch auf seine Selbstsicherheit auswirkt, wie Red-Bull-Motorsportkoordinator Helmut Marko nach dem Rennen in Schanghai feststellte, davon will Vettel nichts wissen: „Es wurde viel geredet, aber das einzige, das wirklich zählt, sind die Erwartungen, die man an sich selbst stellt.“ Mit der Verteidigung seines Titels hat er jedenfalls noch nicht abgeschlossen. „Generell herrschte von unserer oder meiner Seite aus nie die Erwartung, dass es im Vergleich zum letzten Jahr endlos so weitergeht. Es ist noch kein Team dabei, das klar vor allen anderen liegt.“

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