Segeln : Unendliche Geschichte America's Cup

Der Klassiker wird zum Marathon. Seit knapp drei Wochen warten die Segler immer wieder vergeblich auf das Signal zum Start des Rennens - so auch heute.

Valencia - Die Herausforderer-Runde zum America's Cup wird immer mehr zum Gedulds-Marathon. Auch der 18. Renntag musste am Donnerstag vor Valencia auf Grund leichter unsteter Winde komplett abgesagt werden. Der achte Totalausfall zerrte an Nerven und Physis aller Beteiligten, die seit dem 16. April jeden Tag ohne Unterbrechung wieder auf See gehen und auf das Startsignal hoffen.

Mit dem fünften Lauf der Rückrunde der Vorausscheidung wurde auch das Duell der deutschen Mannschaft gegen die schwedische Victory Challenge auf Freitag verschoben, an dem nun wieder zwei Durchgänge gestartet werden müssen. Inzwischen gilt "Die Unendliche Geschichte" in Valencia als das meist benutzte Synonym für den America's Cup. "Das ist hier wie ein psychologischer Krieg", sagte Salvatore Sarno, italienischer Teamchef des südafrikanischen Teams Shosholoza.

Zu den Winden kam der Hagel

Zusätzlich sah sich die Regatta-Flotte der elf Herausforderer aus neun Ländern am Donnerstag mit einem herannahenden Gewitter mit Hagelschauern konfrontiert. Die rund 34 Meter hohen Kohlefasermasten können leicht von Blitzen getroffen werden. "Dabei besteht weniger Gefahr für die Menschen als für das Material, das großen Schaden nehmen kann, denn diese Masten sind perfekte Leiter", erklärte Markus Hutchinson, Sprecher des America's Cup-Managements.

"Die Masten sind sehr exponiert, weil es um uns herum auf See nichts Höheres gibt und Kohlefaser insbesondere bei Regen sehr gut leitet," erklärte Team Germanys Boat Captain Nico Jeschonnek aus Hamburg. "Auf der schwedischen Ericsson ist im letzten Rennen um die Welt kurz vor Rio der Blitz eingeschlagen. Da erwischte es zuerst die elektronischen Geräte, die alle verschmolzen waren. In den Mast geht bei Gewitter keiner." (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar