Sport : SEITENWECHSEL Prothese am Pedal Rennfahrer Zanardi gibt nie auf

Mathias Klappenbach

Nur einen Moment, nachdem sich Alex Zanardi mit seinem Rennwagen auf dem Lausitzring quer gestellt hatte, raste ein anderes Auto mit über 300 km/h in ihn hinein. Tod eines Rennfahrers. Doch Zanardi, der vier Tage zuvor, am 11. September 2001, eine Vorahnung hatte, dass ihm bald etwas Schlimmes passieren würde, überlebte den Crash. Und behielt die Hoffnung, obwohl er beide Beine verlor. Diese Hoffnung und seine Lust auf Tempo und Leben brachten den Familienvater nach dem Unfall wieder auf die neuen, künstlichen Beine. Und die Hoffnung half ihm, sein altes, schönes Leben weiterzuführen, statt ein anderes, zweites beginnen zu müssen. Mit seiner nach ironischer Leichtigkeit strebenden Biografie will er diese positive Einstellung weitergeben. Zanardi rast inzwischen wieder über die Piste, dafür hat er lange Zeit an einem speziellen Rennauto und vor allem an seinen Prothesen herumgebastelt. Hört sich nach einem unbelehrbaren Irren an. Oder nach einem, der schon sein ganzes Leben lang genau das macht, was ihn erfüllt.

Alex Zanardi mit Gianluca Gasparini: Nicht zu bremsen. Bombus Verlag. 512 Seiten, 19,90 Euro.

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