Sport : Selbstmord nicht ausgeschlossen

Italiens Behörden untersuchen den Tod Pantanis

Paul Kreiner

Rom. Am Montag war die italienische Öffentlichkeit noch mit der eigenen Fassungslosigkeit über den Tod Marco Pantanis beschäftigt. Spekulationen über die Todesursache des Radprofis beschäftigten Fans und Medien. Nach der ersten Autopsie gaben die Mediziner bekannt, dass Pantani an Herzversagen in Verbindung mit einem Lungen- und Hirnödem gestorben ist. Der verantwortliche Arzt Giuseppe Fortuni kündigte weitere Untersuchungen für die nächsten Tage an. Dabei soll die genaue Todesursache festgestellt werden. Einen Selbstmord Pantanis oder eine Medikamentenvergiftung wollte Fortuni nicht ausschließen. Es habe jedenfalls keine Anzeichen für Gewaltanwendung gegeben.

Gefunden wurden in Pantanis Zimmer eine Anzahl von Medikamenten gegen Depressionen – teils ungeöffnete, teils geleerte Packungen –, Spuren eines weißen Pulvers – möglicherweise Kokain – sowie eine Reihe von Zetteln mit kurzen Texten „privater Natur“, wie Staatsanwalt Paolo Gengarelli bekannt gab (siehe dazu Artikel links).

Pantanis verzweifelte Mutter gab Ermittlungsbehörden und Dopingfahndern die Schuld am Tod ihres Sohnes. „Sie haben ihn umgebracht“, sagte sie. Frühere Teamkollegen widersprachen dieser Schuldzuweisung. Er sei ein Spitzen-Radfahrer, aber auch ein schwieriger Mensch gewesen, der wortkarg und verschlossen „immer vor allem davongelaufen“ sei, ließen sich Radprofis in der Presse zitieren. Im Juni 1999 war Pantani wegen Dopings vom Giro d’Italia suspendiert worden. Den Ausschluss von der Rundfahrt, die er bis zur vorletzten Etappe angeführt hatte, hatte Pantani bis zuletzt als ungerecht empfunden.

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