• Serie: Wann ist am besten Schluss? (Teil 1): Frank Busemann: Das Karriereende als Befreiung

Serie: Wann ist am besten Schluss? (Teil 1) : Frank Busemann: Das Karriereende als Befreiung

Der frühere Fußballnationalspieler Marcell Jansen hört mit 29 Jahren auf. Roger Federer ist vier Jahre älter und immer noch einer der weltbesten Tennisspieler. Was treibt den einen noch an, und warum beendet der andere seine Karriere so früh? Fünf Sportler erzählen.

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06.08.1997: Frank Busemann bei der Leichtahletik-WM in Athen nach einem Fehlversuch im Hochsprung.
06.08.1997: Frank Busemann bei der Leichtahletik-WM in Athen nach einem Fehlversuch im Hochsprung.Foto: dpa

Wenn der Körper nicht mehr mitmacht: Frank Busemann, ehemaliger Zehnkämpfer, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, beendete seine Karriere mit 28 Jahren und ist heute in der Kommunikationsbranche tätig. Im ersten Teil unserer Serie "Wann ist am besten Schluss?" berichtet er über das Ende seiner Laufbahn als Leistungssportler:

Das drohende Karriereende war anfangs ein riesengroßer Schock für mich. Sport war mein Leben. Von den ersten Überlegungen in diese Richtung bis zum Karriereende dauerte es ein dreiviertel Jahr. Das war eine harte Zeit. Mein Ziel nach meiner Silbermedaille in Atlanta war, der Beste der Welt zu werden. Olympiasieger, Weltmeister, Weltrekord - in meinem Kopf ging es nicht darunter. Für mich war glasklar, dass ich meine Ziele erreichen würde. Als ich dann die Entscheidung fällte, aufzuhören, war das letztlich eine Befreiung für mich.

Der Abgang war für mich genau richtig. Zumal ich ausschließen konnte, dass mich der Mut verlassen hatte. Wegen meiner Ellenbogenverletzung konnte ich nicht mehr so gut werfen, wegen eines Leistenbruchs konnte ich kein Krafttraining mehr machen und wegen meines chronisch verletzten Fußes konnte ich nicht mehr springen. Es war vorbei. Die Erkenntnis war bitter, aber sie war leider unumstößlich.

Der Abgang kam für mich auch deshalb zum richtigen Zeitpunkt, weil ich mit 28 Jahren noch jung genug war, um im Leben nach dem Spitzensport Fuß zu fassen. Es haben sich für mich viele Perspektiven geöffnet, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt. Hätte ich später aufgehört, wäre der Einstieg in das Berufsleben schwieriger geworden. (Aufgezeichnet von Martin Einsiedler)

In dieser Woche veröffentlichen wir jeden Tag um 12:00 Uhr einen neuen Teil aus unserer Serie "Wann ist am besten Schluss" über das Karriereende folgender Leistungssportler:

Teil 1: Frank Busemann

Teil 2: Magdalena Neuner

Teil 3: Tobias Rau

Teil 4: Thomas Haas

Teil 5: Henry Maske

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