Serie: Winterreise : Are: Rentierfell und Wasserfall

Wenn Skifahrerin Viktoria Rebensburg in Are ist, lässt sie sich von den zufriedenen Schweden anstecken. Der zweite Teil unserer Serie "Winterreise".

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Nur fliegen ist schöner. Die Aussicht im schwedischen Are. Foto: Imago
Nur fliegen ist schöner. Die Aussicht im schwedischen Are.Foto: Imago

Für die meisten Menschen sind es keine Sehnsuchtsorte – doch unter Wintersport-Fans sind ihre Namen so bekannt wie Metropolen: Kuusamo, Pokljuka, Chanty-Mansijsk. Sie sind gerade den Fernsehzuschauern so vertraut, weil hier jedes Jahr Weltcups stattfinden. In unserer Serie erzählen deutsche Athleten, wie es dort wirklich aussieht. Folge 2: Are.

Mittlerweile hat Viktoria Rebensburg schon einige Erinnerungsstücke aus Are gesammelt. Dazu gehören schwedische Winterschuhe und sogar ein Rentierfell. Wirklich kuschelig sei das, sagt sie. Wann immer Rebensburg in den vergangenen Jahren in Are einen vorderen Platz belegte, bekam sie von den Weltcup-Veranstaltern solch ein besonderes Souvenir. „Die lassen sich immer etwas Spezielles einfallen“, sagt die 26-Jährige. Doch nicht nur wegen der Aussicht auf Geschenke freut sich die Skirennfahrerin auf die alljährlichen Wettkämpfe in Are, die an diesem Wochenende anstehen: der Riesenslalom am Samstag (10.30 Uhr/ARD und Eurosport) und der Slalom am Sonntag (ebenfalls 10.30 Uhr).

„Es ist alles sehr beschaulich dort“, sagt Rebensburg. „Are hat einfach ein richtig schönes Flair.“ Das hat auch viel mit der malerischen Lage des Ski-Ortes im Norden Schwedens zu tun. Das Dorf mit nur rund 1500 Einwohnern liegt direkt am Are-See sowie am Fuß des 1420 Meter hohen Berges Areskutan. „Der Ort ist klein, dort sind keine Menschenmassen – und so geht es in Are sehr gemütlich zu“, betont Rebensburg.

Mit Seeblick. Von den Pisten rings um Are können die Skifahrer auf den Are-See schauen, wenn sie sich bei den Weltcup-Rennen am Wochenende ablenken lassen. Foto: Imago/Gepa Foto: picture alliance / dpa
Mit Seeblick. Von den Pisten rings um Are können die Skifahrer auf den Are-See schauen, wenn sie sich bei den Weltcup-Rennen am...Foto: picture alliance / dpa

Von dieser Atmosphäre versucht die Riesenslalom-Olympiasiegerin immer so viel wie möglich aufzusaugen. „Wenn man dort ist, merkt man sofort: Die Schweden sind glücklich und zufrieden. Sie leben das einfach vor“, sagt Rebensburg. Da die Weltcup-Rennen zudem stets in die Adventszeit fallen, ist Are für sie auch immer der Ort, an dem sie so richtig in Weihnachtsstimmung kommt. „Alles ist weiß, es gibt viele schöne Lichter und einen netten kleinen Weihnachtsmarkt“, erzählt die Bayerin. Und so ist es für sie schon eine Tradition, jedes Jahr mindestens einmal über den Markt zu schlendern. Dass es zu dieser Jahreszeit nur zwischen 10 Uhr und 14 Uhr hell ist, stört Rebensburg nicht. Ebenso wenig wie die sehr kalten Temperaturen, es kann dort schnell auf minus 20 Grad heruntergehen.

Are, eines der ältesten und wichtigsten Skigebiete Schwedens, hat für Rebensburg allerdings noch aus einem anderen Grund eine besondere Bedeutung. 2007 nahm sie dort an ihrer ersten Alpinen Ski-Weltmeisterschaft teil – und belegte bei ihrer Premiere im Riesenslalom gleich Rang acht. „Das war ein ganz neues Gefühl für mich, ich kann das auch heute noch kaum beschreiben“, sagt sie, „ich verbinde einfach so viel Positives mit Are.“

Weil ihr Tagesablauf während der Wettkämpfe sich aber hauptsächlich um die Rennen und deren Vorbereitung dreht, bleibt kaum Zeit, mehr vom Ort zu sehen außer der Pisten, dem Hotel und dem Weihnachtsmarkt. Dabei hätte sie sogar beste Beziehungen zu einer lokalen Expertin. Denn die schwedische Skirennfahrerin Kajsa Kling ist in Are geboren. „Wir müssen das wohl nach der Karriere gemeinsam nachholen“, sagt Rebensburg. Dann könnten sie sich sogar auf eine Tour der Superlative begeben und sich den mit 37 Metern höchsten Wasserfall Schwedens anschauen. Oder im Sommer mal Mountainbike fahren, neben dem Skisport das zweite touristische Standbein Ares. 1999 wurde dort auch die Mountainbike-WM ausgetragen.

Der nächste sportliche Höhepunkt steht in Are in vier Jahren an. Dann findet dort erneut die Alpine Ski-WM statt. Und dann will natürlich auch Rebensburg noch um die Podestplätze mitfahren, um noch mehr schöne Erinnerungen an Are zu sammeln.

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