Sport : Sie machen das Rennen

Die Top Ten der Mächtigen in der Formel1

Karin Sturm

1. Bernie Ecclestone (72): Er hat die Formel 1 zu dem gemacht, was sie ist, als er zu Beginn der Siebzigerjahre das gewaltige kommerzielle Potenzial begriff, die Führung der damals unorganisierten Teams übernahm und sich in Kooperation mit den Teams in eine unglaubliche Machtstellung brachte. Im Laufe der Zeit übernahm er praktisch die komplette Kontrolle über alles, was sich in der Formel 1 bewegt.

2. Max Mosley (62): Der FIA-Präsident versucht, in dem „Kindergarten“, den die zehn Teamchefs und sieben Hersteller mit ihren unterschiedlichen Zielen und Vorstellungen oft aufführen, Ordnung zu schaffen. Das macht er, in dem er auch unpopuläre Maßnahmen durchsetzt.

3. Ron Dennis (55): Der McLaren-Chef ist nicht unumstritten, bei vielen wegen seiner oft nach außen arrogant wirkenden Art auch unbeliebt – aber mit Sicherheit einer der cleversten Köpfe in der Formel 1. Wer ihm heute vorwirft, er als „Reicher“ mit allen Möglichkeiten habe ja leicht reden, vergisst, dass er als Mechaniker anfing und sich seine Position hart erarbeitet hat. 1991 wurde er in England zum Manager des Jahres gewählt. 30 Prozent seines Teams gehören ihm selbst, 40 Prozent Mercedes, 30 Prozent seinem Partner, dem TAG-Chef Mansour Ojjeh.

4. Luca di Montezemolo (55): Montezemolo, der schon in jungen Jahren im Fiat-Konzern als einer der Kronprinzen gehandelt wurde und der in den Siebzigerjahren als Ferrari-Rennleiter Niki Lauda zum WM-Titel führte, steht nun als Ferrari-Präsident dem mit Abstand erfolgreichsten Team der letzten Jahre vor. Ein Problem könnte er bekommen, wenn Ferrari an die Börse geht – ob es Aktionäre gutheißen, wenn 80 Prozent des Gewinns in die Formel 1 fließt?

5. Frank Williams (60): Er ist von den Teamchefs der dienstälteste in der Formel 1 – seit Beginn der Siebzigerjahre sind seine Autos dabei, seit Ende der Siebzigerjahre gehört sein Team zu den Spitzenteams. Auch seine Querschnittslähmung nach einem Autounfall 1986 hindert ihn nicht daran, weiter eine der Schlüsselfiguren der Szene zu sein.

6. Ross Brawn (48): Das Technik- und Strategiegenie aus England ist zusammen mit Michael Schumacher das große Geheimnis hinter den Ferrari-Erfolgen.

7. Adrian Newey (44): Galt in den Neunzigerjahren als der mit Abstand beste Aerodynamiker in der Formel 1, durch die beiden letzten, nicht so überzeugenden McLaren hat sein Ruf etwas gelitten. Dennoch dürfte er der höchstbezahlte Techniker in der Formel 1 sein.

8. Patrick Head (56): Der Williams-Chefkonstrukteur ist nicht nur Technik-Chef, sondern auch Mitbesitzer des Teams – 30 Prozent der Anteile gehören ihm. Es fehlt ihm der kongeniale Aerodynamikpartner – er selbst ist ja Spezialist für Mechanik…

9. Jean Todt (56): Der „Ferrari-Napoleon“ lässt als Rennleiter die Fahrer oft wie Marionetten tanzen. Selbst Michael Schumacher beugt sich seinen Anweisungen.

10. Jürgen Hubbert (63): Der Daimler-Chrysler-Pkw-Vorstand ist als Sprecher der Herstellervereinigung GPWC der Vertreter der neuen Macht in der Formel 1: Die Werke fordern mit der Drohung , eine eigene Serie aufzuziehen, Ecclestone und Mosley heraus.

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