Sport : Sieben Tore gegen den Schmerz

Im Heimspiel gegen Angstgegner Augsburger Panther siegen die Eisbären 7:5

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Alt-NHL gegen Neu-NHL. Der Berliner Jeff Friesen umkurvt Nationaltorwart Dennis Endras und trifft zum 3:1. Foto: City-Press GbR
Alt-NHL gegen Neu-NHL. Der Berliner Jeff Friesen umkurvt Nationaltorwart Dennis Endras und trifft zum 3:1.Foto: City-Press GbR

Berlin - Vor einer Woche, nach dem 2:4 gegen Hamburg, wurde Don Jackson gefragt, ob seine außer Form wirkenden Spieler nicht psychologische Unterstützung bräuchten. Der Trainer der Eisbären hatte genervt gemurmelt, „dass wir doch schon so was haben“. Die Ursache dafür, dass sein Team in den ersten Wochen der Saison in der Deutschen Eishockey-Liga nicht mit der aus den jüngsten Jahren gewohnten Stabilität auftritt, hat Jackson in der vergangenen Woche wohl noch nicht gefunden. Denn am Freitag beim Heimspiel gegen die Augsburger Panther sahen 14 200 Zuschauer in der ausverkauften Berliner Arena ein wildes, torreiches Spiel, aber wenig gutes Eishockey. Immerhin stimmte aus Sicht der Eisbären der Sieger: Die Berliner gewannen 7:5 (3:2, 1:2, 3:1).

Augsburg und Eisbären? Natürlich hatten sie in Berlin nicht vergessen, was im Frühling dieses Jahres passiert war. Da hatten die Schwaben den Favoriten auf den Meistertitel im Viertelfinale aus den Play-offs geworfen. „Es tut immer noch weh, was die uns angetan haben“, sagte Manager Peter John Lee. Selbstverständlich gab es auch ein paar Rachedrohungen aus dem Berliner Lager in Richtung Augsburg, was aber deplatziert wirkte. Denn 14 neue Profis stehen im Aufgebot der Panther, die noch schlechter als die Eisbären in die Saison gestartet sind und gestern übertölpelt vom wütenden Forechecking der Eisbären zunächst die Übersicht verloren. Nach sieben Spielminuten stand es 3:1 für die Berliner. Denis Pederson, André Rankel und Jeff Friesen hatten für ihre Mannschaft getroffen.

Allerdings hatte sich schon beim Augsburger Überzahltor zum 1:2 durch Grant Stevenson angedeutet, dass es mit der Berliner Ordnung nicht weit her war. Die Eisbären agierten zu offen. Wenn vorne mal ein Puck verschludert wurde, dauerte es nicht lange, bis Rob Zepp Arbeit bekam – die der Berliner Torwart dann nicht immer dankend annahm, wie beim Tor zum 2:3 durch Darin Olver oder beim 3:3 durch Barry Tallackson im zweiten Drittel. Danach hätten sich die Eisbären nach dem 4:3 durch Jimmy Sharrow wieder klar absetzen können, doch Florian Busch vergab einen Penalty. Den Strafschuss hatte Augsburgs Torwart Dennis Endras mit einem Foul an Busch ermöglicht. Nach Buschs Scheitern wurde die Konfusion bei den Eisbären größer. Tallackson traf zum 4:4 für die Augsburger, die im Mittelabschnitt klar Regie führten.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann aber mit einem schnellen Tor durch Friesen, wobei Endras weniger gut aussah. Laurin Braun erzielte das 6:4, Olver verkürzte noch mal für Augsburg, Stefan Ustorf traf zum Endstand. Zwölf Tore waren gefallen, sieben davon für die Eisbären. Die Zuschauer waren begeistert – zumindest über die Gemütslage der vielen Anhänger braucht sich Don Jackson keine Gedanken zu machen. Was jedoch die Spielkultur seines Teams angeht, darüber wird sich der Berliner Trainer Gedanken machen müssen. Denn das Spiel gegen Augsburg hätte auch unglücklicher für die Eisbären ausgehen können.

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