Sieg gegen Frankfurt : Wir sind drin - Union sichert Klassenerhalt

Emotionale Szenen im Stadion: Der 1. FC Union gewinnt 2:0 gegen Frankfurt, sichert den Klassenerhalt und feiert Benyamina.

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Im Glück vereint. Unions Torschütze Mattuschka feiert mit den Teamkollegen Benyamina, Mosquera und Peitz (v. l.).
Im Glück vereint. Unions Torschütze Mattuschka feiert mit den Teamkollegen Benyamina, Mosquera und Peitz (v. l.).Foto: dpa

Berlin - Es waren emotionale Szenen, die sich gestern im Stadion An der Alten Försterei abspielten. Minutenlang feierte ein Großteil der 16 619 Zuschauer Unions Stürmer Karim Benyamina, der den Verein zum Saisonende verlassen wird. Benyamina genoss die Zeremonie sichtlich. Wie ein Maestro schritt er durch die Arena, seine Mitspieler hielten ehrfürchtig Abstand und liefen applaudierend hinter Benyamina her. Die Sprechchöre waren ein Dankeschön für die Leistungen Benyaminas in den vergangenen sechs Jahren. Doch auch in der Gegenwart hatte sich der 29-Jährige an diesem Nachmittag verdient gemacht. Benyamina bediente kurz vor Schluss den mitgelaufenen John Jairo Mosquera, der per Kopf den 2:0-Sieg gegen den FSV Frankfurt sicherstellte. Zuvor hatte Kapitän Torsten Mattuschka Union in Führung gebracht.

Lange sah es allerdings nicht nach einem Sieg für die Berliner aus. Union agierte gehemmt, vor allem in der Anfangsphase wollte den Gastgebern fast nichts gelingen. „Das war kein gutes Spiel von uns“, befand auch Unions Trainer Uwe Neuhaus. „Wir wollten früh Druck machen, aber das ist uns nicht gelungen. Stattdessen war unser Spiel geprägt von Fehlpässen und Aussetzern.“ So dauerte es gut eine halbe Stunde, ehe Unions defensiver Mittelfeldspieler Dominic Peitz mit einem Kopfball für erste Gefahr sorgte. Doch anstatt die eigene Mannschaft rüttelte Peitz' Aktion den Gegner wach. Zuerst musste sich Unions Torhüter Marcel Höttecke bei einem Schuss des Frankfurters Mike Wunderlich ganz lang machen. Kurz vor der Pause war Höttecke dann geschlagen, doch Mario Fillinger traf nur den Pfosten.

Der Angreifer war erst kurz vor Spielbeginn in die Frankfurter Mannschaft gerückt, weil sich der bundesligaerfahrene Kapitän Björn Schlicke beim Aufwärmen verletzt hatte. Die kurzfristige Umstellung schien das Spiel der Frankfurter aber eher zu beleben den zu verunsichern. Ganz anders beim 1. FC Union. Trainer Uwe Neuhaus hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Auswärtssieg bei Rot-Weiß Oberhausen auf vier Positionen verändert. Für Michael Parensen, Bernd Rauw, Karim Benyamina und Björn Brunnemann standen gestern Patrick Kohlmann, Torsten Mattuschka, John Jairo Mosquera und der junge Christopher Quiring auf dem Feld. Doch irgendwie schien den Berliner Spielern an diesem Tag die Bindung zueinander zu fehlen. Frankfurt blieb auch in der zweiten Halbzeit das spielbestimmende Team. Zehn Spiele in Folge hatten die Gäste nicht gewonnen und waren in der Tabelle hinter den 1. FC Union gefallen.

Trotzdem muss auch nach der Niederlage in Berlin viel Pech zusammenkommen, damit Frankfurt noch einmal in Abstiegsgefahr geraten könnte. Noch besser gestaltet sich die Situation für den 1. FC Union, der bei noch fünf ausstehenden Spielen elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat. Der Klassenerhalt ist damit praktisch gesichert. Vielleicht war es die zu sichere Tabellensituation beider Teams, die Frankfurts Torhüter Patric Klandt zu einem kapitalen Fehler trieb. Klandt leistete sich im Spielaufbau einen groben Fehlpass, der von Torsten Mattuschka aufgenommen wurde. Unions Kapitän hatte anschließend nur wenig Mühe, den Ball im leeren Tor unterzubringen. „Ich wollte einfach mal rauf gehen und ein Zeichen setzen“, sagte Mattuschka. „Ansonsten hätten wir an diesem Tag wohl kein Tor mehr geschossen.“ In diesem Punkt wollte niemand auf Unioner Seite widersprechen.

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