Ski Alpin : Emotionales Sieg-Comeback von Svindal - Zweites Podium für Riesch

Triumphale Rückkehr: Der Norweger Aksel Lund Svindal konnte auf seinem Unglückshang in Beaver Creek den ersten Platz einfahren. Im Schatten seines Siegs bescherte Maria Riesch den deutschen Ski-Damen das erhoffte Erfolgserlebnis beim Speed-Auftakt in Lake Louise.

Helen Scott-Smith,Emil Gast[dpa]

Lake Louise/Beaver CreekWährend Riesch sich am Freitag beim zweiten Saison-Erfolg der Amerikanerin Lindsey Vonn als Dritte über ihr zweites Podium des Winters zu Recht freute, sorgte der vor einem Jahr an gleicher Stelle schwer gestürzte Norweger Svindal zweifelsohne für den emotionalen Höhepunkt beim Auftakt des Weltcup-Wochenendes: 373 Tage nachdem er sich auf der berüchtigten "Raubvogelpiste" im US-Bundesstaat Colorado so schwer verletzt hatte, dass er die Saison frühzeitig beenden musste, feierte der Gesamtweltcupsieger von 2007 an gleicher Stelle vor dem 37-jährigen Liechtensteiner Marco Büchel seinen zehnten Weltcup-Sieg.

Mehr als zufrieden war aber auch Maria Riesch in Kanada nach ihrem zweiten Podiumsplatz im fünften Saison-Rennen. "Ich bin Dritte, das ist super", sagte die 24-Jährige und ärgerte sich nur ein wenig darüber, dass sie der Italienerin Nadia Fanchini knapp Rang zwei überlassen musste. Die acht Hundertstelsekunden seien "ein kleiner Wermutstropfen". Nach den enttäuschenden Leistungen bei den Technik-Wettbewerben am vergangenen Wochenende machte die 21 Jahre alte Gina Stechert beim ersten Speed-Rennen des Winters ein starkes Ergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) perfekt. Als Vierte erreichte die Oberstdorferin ihr bisher bestes Ergebnis in einem Weltcup-Rennen. Weltcup-Gesamtsiegerin Vonn setzte sich mit ihrem zweiten Saisonsieg zugleich an die Spitze der Gesamtwertung.

Deutsche Männer glücklos

Überglücklich war Svindal. "Das ist perfekt. Es hat mich aber auch viel Energie gekostet, mich hier auf das Rennen zu konzentrieren", sagte er. Bei seinem schweren Unfall am 27. November vergangenen Jahres hatte er mehrere Knochenbrüche im Gesicht und eine zentimetertiefe Schnittwunde im Unterleib erlitten. Nach wochenlangem Krankenhaus-Aufenthalt hatte sich der Doppel-Weltmeister von Are 2007 über Monate zurückgekämpft und war beim Saison-Auftakt Ende Oktober in Sölden in den Weltcup zurückgekehrt.

"Ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bis ich das alles realisiere. Das ist aber sicher mein schönster Weltcup-Sieg, weil es der erste nach meinem Comeback ist", betonte Svindal. Beeindruckt zeigte sich auch Büchel, der nur sechs Hundertstel langsamer als Svindal war und vor dem Kanadier Erik Guay Zweiter wurde: "Das ist eine schöne Story und faszinierend, wenn man die Vorgeschichte kennt."

Nachdem am vergangenen Wochenende im kanadischen Lake Louise noch überraschend ein deutsches Abfahrer-Trio in die Punkteränge gefahren war, ging die männliche Speed-Abteilung des DSV diesmal leer aus. Ebenso wie Keppler kamen Andreas Strodl (45.) und Peter Strodl (52.) nicht in die Punkte, Tobias Stechert schied aus.

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