Sport : Ski alpin: Maiers Lebenslauf ist endlich komplett

Hermann Maier ist am Ziel. Der Doppel- Olympiasieger und zweifache Weltmeister hat mit seinem Erfolg auf der so genannten Streif von Kitzbühel den letzten noch fehlenden großen Sieg seiner Karriere eingefahren. "Ich bin froh, dass ich am heiligen Berg gewonnen habe", resümierte Maier, nachdem er das wichtigste Rennen im Ski-verrückten Österreich gewonnen hatte. 40 000 Landsleute hatten ihn frenetisch zum Erfolg getrieben. Den Gesamtweltcup hat er gewonnen, wie auch diverse Disziplin-Wertungen. Doch nur der Sieg in der Königsabfahrt macht eine österreichische Abfahrtskarriere komplett. Maiers Vita ist es seit gestern.

Riesenjubel brandete auf, als der 28-Jährige aus Flachau im Zielhang als Führender der 61. Auflage des Hahnenkamm-Rennens abschwang. Der achte Weltcup-Erfolg der Saison - der dritte in Folge - löste bei Maier selbst nur stillen Jubel aus. Die schwere Strecke hatte auch ihn geschafft. "Einfach laufen lassen" hatte er den Ski diesmal. "Ich habe einige Tore gar nicht gesehen", sagte Maier. In der Zeit von 1:56,84 Minuten ließ er in Hannes Trinkl (1:57,11) erneut einen Landsmann hinter sich. Mit Stephan Eberharter belegte ein weiterer Österreicher zeitgleich mit dem Amerikaner Daron Rahlves (1:57,46) den dritten Rang. Maier hat nach diesem Sieg neben der Führung im Gesamtweltcup nun auch die im Abfahrtsweltcup übernommen.

Wie unbarmherzig die Schussfahrt noch immer ist, wurde bereits nach wenigen Läufern deutlich. Der österreichische Sieger von 1999, Hans Knauss, verkantete in der Seidlalm den Ski und raste mit dem Kopf zuerst in die Fangzäune. Die Diagnose im Krankenhaus ergab diverse Prellungen und eine schwere Gehirnerschütterung. Sein Team-Kollege Peppi Strobl, einer der Topfavoriten, verschlug es ebenfalls die Ski. Sein Sturz blieb dagegen ohne Folgen.

Wohlbehalten ins Ziel kam diesmal Max Rauffer, der zweimal im Training gestürzt war. Allerdings war der Leitzachtaler durch eine Erkältung, die er sich von seinem Kollegen Florian Eckert (Lenggries) eingefangen hatte, dermaßen geschwächt, dass es nur zum 39. Rang unter 45 ins Ziel gekommenen Startern reichte. "Es ist wichtig, dass ich ein paar Trainingsläufe gehabt habe", erklärte Rauffer, der trotz der Stürze mit einem gutem Gefühl nach Garmisch geht, wo am Sonnabend beim Heimrennen die nächste Chance zur Bewährung ansteht. Dagegen ging Eckert wegen einer Schuhrandprellung, die er sich bei seinem Sturz beim Super G zugezogen hatte, nicht an den Start. Zwei Rennen, kein einziger Weltcup-Punkt, bei allen Beteuerungen erlebten die beiden Deutschen ein enttäuschendes Wochenende.

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