Skilanglauf : Zwischen Angriff und Zurückhaltung

Zum Start der Skilanglaufwettbewerbe rechnen sich die deutschen Männer Medaillenchancen aus – die Frauen geben sich realistisch.

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Das Ziel ist die Medals Plaza. Axel Teichmann (l.) und Tobias Angerer - hier noch beim Training. -Foto: dpa

Whistler - Bei der Medaillenjagd in den Wäldern von Whistler will Axel Teichmann gleich seine erste Chance nutzen. Vor der olympischen Entscheidung über 15 Kilometer im freien Stil hat der Skilangläufer aus Thüringen seine gewohnte Zurückhaltung abgelegt und das Wort Podiumsplatzierung in den Mund genommen. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ganz weit vorn landen möchte. Dafür habe ich vier Jahre lang hart gearbeitet“, sagte Teichmann.

Der 30-Jährige lässt sich bei seiner Kampfansage auch nicht von den für ihn eher ungünstigen äußeren Bedingungen schrecken. „Ich kann es ja sowieso nicht ändern und auch die anderen müssen mit den Kapriolen klarkommen. Der mit dem besten Material wird gewinnen. Fakt ist: Ich möchte einmal zur Medals Plaza“, sagte der Bad Lobensteiner. Als Konkurrenten hat er die „üblichen Verdächtigen“ ausgemacht. „Eben alle, die im Weltcup vorn dabei sind. Northug, Cologna, Bauer – im Grunde genommen kommen wohl 15 bis 20 Leute für das Podium in Frage. Ich mache mir deswegen aber keinen Druck. Ich muss mir selbst nichts mehr beweisen“, sagte der zweimalige Weltmeister.

Bundestrainer Jochen Behle sieht auch Chancen für den Oberwiesenthaler René Sommerfeldt. „Eigentlich sind die Bedingungen auch etwas für kleine Wühler wie eben Sommi“, meinte der Coach, der zudem Sommerfeldts Klubkollegen Tom Reichelt und Tobias Angerer ins Rennen schickt. Der Vachendorfer Angerer rechnet sich allerdings bessere Chancen in der Verfolgung aus und will den Wettkampf einfach nur „entspannt angehen und ein gutes Rennen zeigen“.

Das wollen zuvor auch die Frauen über 10 Kilometer, wenngleich von ihnen keine Wunderdinge zu erwarten sind. „Wenn wir realistisch sind, dann wird es ein schwieriges Rennen. Die Vorleistungen waren nicht so, dass wir Ansprüche anmelden könnten“, bemerkte Behle. Doch Claudia Nystad geht in die Offensive. „Ich habe mich für diesen Wettbewerb qualifiziert und konzentriere mich in erster Linie darauf. Eine Top-Ten-Platzierung sollte das Ziel sein“, sagte die Oberwiesenthalerin, die nach Ansicht von Behle gute Chancen hat. „Das Streckenprofil liegt ihr, vor allem bei den Team-Entscheidungen könnte sie mit ihrer Erfahrung und Sprint-Stärke noch einiges herausreißen“, erklärte der Bundestrainer.

Nystads Partnerinnen am Montag werden Evi Sachenbacher-Stehle und Miriam Gössner sein. Gössner strahlt vor ihrem Olympia-Debüt und genießt den Wirbel. „Ich kann nur Positives sagen. Ich bin stolz, dabei zu sein und will meine beste Leistung abrufen“, meinte die vorübergehend ins Langlauf-Lager abberufene Biathletin. „Nun hoffe ich auf warmes, feuchtes Wetter, denn ich habe einen tollen Nassschneeski“, sagte die 19-Jährige. In den Medaillenkampf mit Justyna Kowalczyk (Polen), Marit Björgen (Norwegen) oder Charlotte Kalla (Schweden) wird sie aber ebenso wie Nystad vermutlich nicht eingreifen können. (dpa)

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