Skispringer Michael Edwards im Interview : "Ich war nicht immer Letzter"

Der englische Gaudiskispringer Michael Edwards, besser bekannt unter seinem Shownamen „Eddie the Eagle“, über seine Skisprung-Karriere.

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Herr Edwards, wie war Ihr Sprung zur Schanzeneinweihung in Oberstdorf?

Sehr gut. Ich habe es geschafft, auf beiden Füßen zu landen.

Ist das ein Grund zu feiern?

Ja. Mein letzter Sprung ist acht Jahre her, in Großbritannien gibt es keine Schanzen.

Wie beurteilen Sie Ihre Haltung im Flug?

Es war elegant. Ich habe den V-Stil versucht, aber mein Flug war zu kurz.

Wie weit sind Sie denn gesprungen?

So 15 bis 18 Meter.

Was denken Sie, wenn man Sie den schlechtesten Skispringer aller Zeiten nennt?

Das verletzt mich ein bisschen. Ich habe in meiner besten Zeit Springer aus Spanien, Ungarn oder Bulgarien hinter mir gelassen. Ich war nicht immer Letzter.

Dann sind Sie aber der bekannteste schlechteste Springer?

Ich bin sicher der bestaussehende schlechteste Springer aller Zeiten (lacht).

Sie trugen immer dicke Brillen. Warum?

Ohne Brille hätte ich nicht gesehen, wo ich hinfahre. Aber ich musste sie ständig abnehmen und putzen, weil sie beschlug.

Diesmal sind Sie ohne Brille gesprungen.

Ich habe mir die Augen operieren lassen. Ich war es gewohnt, Probleme mit der Brille zu haben. Und nun stand ich im Auslauf – und nichts passierte.

Es gibt Springer, die ähnlich verrückt sind wie Sie. Es gibt den Schweiger Janne Ahonen oder Matti Nykänen, der unter Alkoholeinfluss sogar kriminell wurde. Muss man als Skispringer anders sein?

Es hilft, verrückt zu sein. Aber die Sache mit Matti Nykänen ist traurig. 1988 in Calgary war er noch Olympiasieger und ich wurde Letzter. Und nun sitzt er wegen eines Messerstichs im Gefängnis und ich springe bei PR-Veranstaltungen. Wir haben die Rollen getauscht.

In Calgary sind Sie auch zu Ihrem Spitznamen gekommen.

Die Idee hatten Fans aus England. Die haben mich als „Eddie the Eagle“ angefeuert.

Den Namen werden Sie nicht mehr los.

Ich bin eben der Adler. Seit 16 Jahren.

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