Sport : Späte Erlösung

Alba siegt 100:79 und geht als Tabellenführer in die Play-offs

Helen Ruwald

Berlin. Spannung kam in der Max-Schmeling-Halle erst nach der Schlusssirene auf. „In Bamberg gibt es eine Verlängerung“, sagte der Hallensprecher, und so mancher Basketball-Fan von Alba Berlin wurde jetzt erst nervös. Es dauerte noch eine Weile, weil es in Bamberg noch zu einer zweiten Verlängerung kam, dann erst drang die erlösende Nachricht nach Berlin: Bamberg schlägt Bonn nach zwei Verlängerungen mit 91:87. Für Alba Berlin bedeutet dies, dass der amtierende Deutsche Meister als Tabellenführer in die Play-offs gehen wird. Die Berliner hatten zuvor ihre Pflichtaufgabe erledigt und im letzten Hauptrundenspiel BS Energy Braunschweig vor 5887 Zuschauern mit 100:79 (52:36) bezwungen.

Durch den ersten Tabellenplatz nach der Hauptrunde wird Alba bis zu einer möglichen Finalserie das wichtige Heimrecht haben. Zunächst werden die Berliner am Donnerstag, 29. April, in der Max-Schmeling-Halle in das Play-off-Viertelfinale starten. Der Gegner steht noch nicht fest. Köln, Leverkusen und die Artland Dragons können auf Rang acht landen. Diese Klubs spielen noch am kommenden Wochenende, nur Alba hat dann spielfrei – der eigentliche Gegner Brandt Hagen hat nach Insolvenz sein Team zurückgezogen. Topscorer gestern war John Best mit 17 Punkten.

Alba geriet sofort 0:3 in Rückstand, doch es sollte der einzige bleiben. Die Gastgeber führten schnell 10:3, begannen druckvoll und aggressiv. Braunschweig, das locker hätte aufspielen können, weil es bereits keine Chance mehr auf die Play-offs hat, fand erst Mitte des ersten Viertels ins Spiel, kam auf vier Punkte heran. Nach dem ersten Viertel führten die Berliner 24:19. Doch obwohl der Vorsprung alles andere als deutlich war, erweckten die Gäste nie den Anschein, das Spiel gewinnen zu können. Da machte es auch nichts, dass Albas Centerspieler Szymon Szewczyk gegen seinen ehemaligen Klub Braunschweig versehentlich einen Ball in den eigenen Korb tippte.

Im zweiten Spielabschnitt baute das Team von Trainer Emir Mutapcic die Führung weiter aus und lag zur Pause deutlich mit 52:36 in Front. Ob Jovo Stanojevic oder Vladimir Petrovic - die Berliner begeisterten in der Offensive, spielten schön, auch die Feldwurfquote war deutlich besser als die des Gegners. In der Pause meldete sich der Hallensprecher. „Stimmungskiller“, rief er, meinte aber nicht die viel zu harmlosen Gäste, sondern Albas Konkurrenten aus Bonn, der in Bamberg zur Halbzeit führte (38:29) und so Berlins Chancen auf Rang eins vor den Play-offs schmälerte.

Nach der Pause baute Alba den Vorsprung auf 19 Punkte aus (67:48), und Trainer Mutapcic schickte Teoman Öztürk und Chuck Evans aufs Feld, die bis dahin nur auf der Bank gesessen hatten. Das dritte Viertel endete 21:21, im letzten Durchgang begeisterten die Berliner dann ihre Fans noch einmal mit spektakulären Körben. Marko Pesic etwa gelangen zwei Dreipunktewürfe in Folge. Er wurde genauso beklatscht wie Publikumsliebling Henrik Rödl, der sechs Minuten vor dem Ende ins Spiel kam. Schließlich durfte auch noch der lange verletzte Guido Grünheid erstmals wieder ein bisschen mitspielen. Danach begann das Warten auf das Ergebnis aus Bamberg.

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