Sport : Spätsowjetische Dekadenz

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist beleidigt. Mit diesen Flaschen im Wintersport wolle sie nichts mehr zu tun haben, lässt sie ausrichten. Da gibt der Staat so viel Geld für sie aus, und sie schaffen es einfach nicht bis an die Spitze des Medaillenspiegels. Und die versoffenen Sportfunktionäre werde sie persönlich rausschmeißen.

Unvorstellbar eigentlich. Aber in Russland gerade passiert. Da straft Staatspräsident Dmitri Medwedew die Athleten mit Missachtung und vergleicht die Sportfunktionäre mit vollgefressenen Katern. Wer etwas zu sagen hat im russischen Sport, muss sich nach dem Abschneiden von Vancouver gerade den Vorwurf der spätsowjetischen Dekadenz gefallen lassen.

Russland führt gerade vor, wie lächerlich der Sport wird, wenn ihn der Staat zum Spielzeug macht. Huch, als nächstes sind wir ja als Ausrichter von Winterspielen dran, ist ihnen auf einmal aufgefallen. Jetzt muss in alter Tradition schnell ein Vierjahresplan her, damit Russland 2014 in Sotschi wieder die meisten Medaillen gewinnt. Da hört man schon jetzt das angestrengte Keuchen aus dem Kraftraum.

Wenn sie mit Ehrgeiz das Training aufnehmen, werden die Russen 2014 vielleicht ein sportlich erfolgreicher Gastgeber sein, aber kein besonders fröhlicher, zumal der Spaß mit den neuen Disziplinen im Wintersport immer wichtiger wird. Aber vielleicht erweitert Medwedew sein Staatsziel für 2014 ja noch um eine russische Pistengaudi.

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