Sport : Spielmacher, Dauerläufer, Torschütze

Klose brilliert bei Bremens 6:1 gegen Wolfsburg

Steffen Hudemann

Bremen - Die zweite Halbzeit lief noch nicht lange, da begann das Spiel für den VfL Wolfsburg demütigend zu werden. Werder Bremens Johan Micoud war vor dem Tor freigespielt worden. Statt zu schießen, dribbelte er noch ein wenig durch die gegnerische Abwehr, passte zurück auf Miroslav Klose, der den Ball direkt zu Tim Borowski weiterleitete. Borowski überlegte kurz und traf aus 20 Metern ins rechte untere Toreck. Dieses 3:0 für Werder war so lässig herausgespielt, dass die in solchen Fällen gern bemühte Wendung „wie im Training“ eher untertrieben wäre. So leicht ist das Toreschießen nicht mal dort.

Der Spaß für die 37 258 im Weserstadion hatte da erst richtig angefangen. Ein 6:1 vermeldete die Anzeigetafel nach 90 Minuten. „Mit solch einem Defensivverhalten ist es nicht möglich, in der Bundesliga zu bestehen“, sagte VfL-Trainer Holger Fach nach dem blamablen Auftritt seines Teams. Thomas Schaaf hingegen freute sich über eine „von der ersten Minute bis zum Schlusspfiff beeindruckende Leistung“. Werders Trainer jubelte schon nach fünf Minuten über das Führungstor durch Frank Baumann. Danach konnte er sich entspannt zurücklehnen und staunen über „die Art und Weise, wie die Mannschaft heute funktioniert hat“. Noch vor der Pause erzielte Borowski das 2:0. Und nachdem Diego Klimowicz für Wolfsburg getroffen hatte, gesellten sich auch noch Miroslav Klose mit zwei Treffern und Abwehrspieler Naldo in den Kreis der Torschützen. Vor der Begegnung war Klose als Bundesligaspieler des Monats Oktober geehrt worden, danach zeigte er, warum.

„Alles, was wir heute versucht haben, ist uns gelungen“, sagte er anschließend. Das galt vor allem für Miroslav Klose selbst. Wie schon in München zeigte er eine Weltklasseleistung, war Spielmacher, Kämpfer, Dauerläufer und Torschütze in einer Person. Beim 4:1 nutzte er, genau wie Naldo beim 5:1 wenig später, einen Eckball per Kopf. Worüber sich Sportdirektor Klaus Allofs mit Blick auf das Champions-League-Spiel am Dienstag in Barcelona besonders freute. „Endlich haben wir auch unser Potenzial bei Standardsituationen genutzt.“

An Selbstvertrauen sollte es den Bremern nach dem gestrigen Spiel und schon 38 Saisontoren nicht mangeln. Das 6:1, das Facundo Quiroga mit einem Fehlpass ermöglicht hatte, war Kloses 14. Saisontor. So viele Tore haben auch die Spieler des VfL Wolfsburg erzielt – alle zusammen.

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