Spielmanipulation : Torhüter unter Verdacht

Uwe Gospodarek soll in seiner Zeit bei Wacker Burghausen Spiele manipuliert haben. Doch der Torhüter streitet alles ab und hat sogar schon eine eidesstattliiche Versicherung abgegeben.

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Torwart Gospodarek
Bewusst schwach gespielt? Uwe Gospodarek soll in einen Betrug verwickelt sein. -Foto: dpa

Von der Routine, mit der Uwe Gospodarek sonst seiner Arbeit nachgeht, ist nicht viel geblieben. „Alle zeigen mit dem Finger auf mich“, sagte der 36 Jahre alte Torhüter und trat deshalb gestern die Flucht nach vorne an. Der Vorwurf, er sei zu seiner Zeit bei Zweitligist Wacker Burghausen (in den Jahren 2003 bis 2007) in Spielmanipulationen verwickelt gewesen, regt Uwe Gospodarek mächtig auf. „Das schockiert mich alles total. Alle Vorwürfe sind völlig aus der Luft gegriffen“, sagte der Profi, der jetzt beim Bundesligisten Hannover 96 spielt und deshalb vor Trainer Mirko Slomka und seinen Teamkollegen eine Rede gehalten hatte.

Ein ARD-Fernsehbeitrag hat Gospodarek und andere in Not gebracht. Nach einem Bericht der Sendung „Fakt“, der sich auf einen bulgarischen Informanten stützt, sollen in der Saison 2006/2007 drei Wacker-Feldspieler mit je 10.000 Euro und Gospodarek mit 15.000 Euro bestochen worden sein. Der Fall wird mit Betrüger Ante S. in Verbindung gebracht, der schon in den Skandal um Fußball-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt war. „Ich hatte mit diesen Menschen null Kontakt“, versichert Gospodarek. Der frühere Ersatzmann des FC Bayern München soll seine Aussage mit einer eidesstattlichen Erklärung bei seinem Anwalt bereits manifestiert haben. Demnach sei er weder in Kontakt mit Betrügern gewesen noch habe er privat mit Spielern zu tun gehabt, die angeblich oft in einem Wettbüro eingekehrt seien.

Gospodarek beteuert seine Unschuld

Burghausen war 2007 aus der Zweiten Liga abgestiegen. Der Frage, ob der Absturz durch zwei verlorene und manipulierte Partien beschleunigt worden ist, gehen jetzt Ermittler nach. Gospodarek versichert wie Burghausens ehemaliger Präsident Kurt Gaugler, nichts von angeblichen Schiebereien oder sogar Wetten der Spieler in Höhe von 30.000 Euro auf eigene Niederlagen gewusst zu haben. „Man sollte, wenn man solche Beschuldigungen ausspricht, auch mal an den Menschen denken. Ich habe schließlich eine Familie“, sagte der sichtlich erregte Gospodarek. Zu Details und dem Verhalten früherer Mitspieler wollte sich der Routinier nicht äußern, sondern alles Weitere seinem Anwalt überlassen.

Festzuhalten bleibt, dass seit Ende 2009, als die Bochumer Staatsanwaltschaft über ihre Ermittlungen im bisher größten Wett- und Betrugsskandal des deutschen Fußballs berichtet hat, immer neue Vorwürfe öffentlich werden. Im Fall von Wacker Burghausen geht es um die Frage, ob die Partien bei der SpVgg Greuther Fürth (1:4) und bei Erzgebirge Aue (0:3) absichtlich verloren worden sind.

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