Sponsoring : Herthas Wintermärchen

Der Vertrag mit dem Vermarkter Sportfive soll bis 2018 verlängert werden - für 25 Millionen Euro. Davon könnte der Hertha-Kader schon bald profitieren.

Michael Rosentritt
Favre
Lucien Favre kann auf eine Schuldenreduzierung und mehr Geld für Spieler hoffen. -Foto: ddp

Berlin - Lucien Favre wird heute Vormittag die Fußballprofis von Hertha BSC zum ersten Training im neuen Jahr bitten. Damit startet eine vierwöchige Vorbereitungsphase auf die Bundesliga-Rückrunde. Kommenden Montag wird die Mannschaft sich in ein einwöchiges Trainingslager nach Teneriffa begeben. Am 2. Februar empfängt Hertha dann im Olympiastadion die Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Sehr wahrscheinlich wird Herthas Trainer Favre dann auf zwei, der neuen Profis zurückgreifen können. Die für den Berliner Bundesligisten nicht gerade erfolgreich verlaufende Hinrunde hat aufgezeigt, dass es dem Kader in allen Mannschaftsteilen an Qualität fehlt. Und so ist der Verein gewillt, die Transferperiode bis Ende Januar nicht tatenlos verstreichen zu lassen.

Für Verschränkung stehen dem Verein bisher allerdings nur drei Millionen Euro zur Verfügung. Nicht viel Geld angesichts des konkreten Bedarfs. Insofern hat die Vereinsspitze in den vergangen Wochen darum gerungen, den finanziellen Spielraum deutlich zu verbessern. Wie zu erfahren ist, will der mit rund 45 Millionen Euro verschuldete Verein seinen Vertrag mit dem Sportrechtevermarkter Sportfive vorfristig zu lukrativen Konditionen verlängern.

Vor knapp 14 Jahren hatte sich die Ufa, der Vorgänger von Sportfive, die Vermarktungsrechte am damaligen Zweitligisten bis ins Jahr 2003 gesichert. Dieser Vertrag wurde inhaltlich mehrmals modifiziert und bisher zweimal verlängert. Einmal bis 2009 und zuletzt, im Jahr 2004, bis 2014. Jetzt besteht bei beiden Vertragspartnern der Wunsch auf eine vorfristige Verlängerung bis 2018. Die Verlängerung des noch bis 2014 laufenden Vertrages um vier weitere Jahre soll dem Sportrechtevermarkter 25 Millionen Euro wert sein. „Unterschrieben ist noch nichts“, sagte gestern Ingo Schiller dem Tagesspiegel. Der für Finanzen zuständige Geschäftsführer von Hertha mochte zu weiteren Vertragsinhalten nichts sagen, bestätigte aber, dass die Gespräche mit Sportfive auf gutem Wege seien. Hertha verzichtet im Gegenzug auf eine Klausel im bisherigen Vertrag, der die Möglichkeit des Ausstiegs vorsah. Gegen die Zahlung einer bestimmten Summe hätte Hertha im kommenden Jahr aus dem gültigen Vertrag bis 2014 ausstiegen können.

In jedem Fall werden aber 2009 die Nutzungsrechte an der Marke Hertha BSC an den Verein zurückgehen. An der Arbeitsteilung beider Vertragspartner werde das nichts ändern. Bis 2009 wird es noch so sein, dass Sportfive weiterhin die Verträge mit Sponsoren, Werbe- und Vermarktungspartnern abschließt und 80 Prozent der Erlöse an Hertha ausschüttet. Ab 2009 wird es bei diesem Verteilerschlüssel bleiben, nur fungiert Sportfive bis 2018 dann als eine Art Makler, der zu 20 Prozent an den Einnahmen Herthas profitieren wird.

Das Gros der zu erwartenden 25 Millionen Euro, nämlich 15 Millionen Euro, sollen sofort zum Abbau der Schulden auf dann 30 Millionen Euro genutzt werden. „Das würde den Weg der Entschuldung um zweieinhalb Jahre verkürzen“, sagte Schiller. Damit würde also früher als geplant die Zinsbelastung für Hertha BSC sinken. Die restlichen zehn Millionen Euro sollen in diesem und im nächsten Jahr in den Bundesligakader investiert werden.

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