Sporthilfe : Linsenhoff tritt zurück

Der Vorsitzende beklagt das fehlende Vertrauensverhältnis mit Aufsichtsratschef Gäb – der hält sie für ein Rätsel.

Friedhard Teuffel

BerlinDie Stiftung Deutsche Sporthilfe muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen, denn Ann Kathrin Linsenhoff tritt zum Jahresende zurück. Damit findet eine wochenlange interne Auseinandersetzung ihr vorläufiges Ende. Linsenhoff, Mannschafts-Olympiasiegerin im Dressurreiten, sah vor allem mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Wilhelm Gäb keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit. „Durch die Vorkommnisse der vergangenen Wochen fehlt jegliches Vertrauen zwischen Hans Wilhelm Gäb und meiner Person“, erklärte sie gestern.

Vor zehn Monaten hatte zwischen beiden noch ein Vertrauensverhältnis bestanden. Gäb, zuletzt selbst Vorsitzender der Sporthilfe, hatte sich Linsenhoff für seine Nachfolge ausgesucht und war an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt. Die Sporthilfe hatte der 72 Jahre alte ehemalige Automobil-Manager in einer schweren Führungskrise übernommen.

Inzwischen ist Linsenhoff für Gäb „das größte Rätsel meiner beruflichen Laufbahn“. Die Zusammenarbeit habe nicht funktioniert obwohl sich Gäb „nicht ein einziges Mal in ihr operatives Geschäft eingemischt hat“, wie er beteuert. Aus dem inneren Kreis der Sporthilfe war außerdem zu hören, dass Linsenhoff von Anfang an keinen Wert auf einen Austausch mit Gäb gelegt habe. Auch die Geschäftsstelle der Sporthilfe habe die 48-Jährige unzureichend in ihre Arbeit eingebunden. Das bestreitet sie. Linsenhoff sagte: „Ich kam gar nicht umhin, mit Herrn Gäb zu reden, aber ich dachte, er sei als Aufsichtsrat für die Aufsicht zuständig.“

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