Sporthilfe : Spenden für Olympiasiege

Sporthilfe: Schon mehr als tausend Kleinsponsoren.

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Berlin - Die Arme von Paul Biedermann sind derzeit die schnellsten, die der Schwimmsport zu bieten hat. Und breit genug, um einen Namen gut lesbar draufzuschreiben. Es könnte der Name von jedermann sein.

Das hat sich die Stiftung Deutsche Sporthilfe als mögliches Dankeschön ausgedacht für ihre neue Kampagne. „Dein Name für Deutschland“ heißt sie, und wer jeden Monat mindestens drei Euro gibt, könnte mit seinem Namen auf Biedermanns Weltmeisterarm belohnt werden, als Fotomontage, herunterzuladen im Internet. Der Name des Spenders könnte zudem vorgelesen werden von Spitzenathleten bei der längsten Pressekonferenz der Welt, auch das ist ein Plan der Sporthilfe.

Mit der Kampagne will die Stiftung aus Bürgern Sponsoren machen. „Wir wollen Menschen gewinnen, die hinter unseren Athleten stehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Werner E. Klatten. Wer sich deutsche Erfolge bei Olympia und anderen Wettbewerben im Fernsehen anschauen will, kann seinen Teil als Kleinsponsor beitragen – das ist die Botschaft der Sporthilfe. Außerdem seien Spitzensportler immer noch Vorbilder für den Nachwuchs.

Nachdem sie bisher die Bürger über Sportbriefmarken und Glücksspirale zur Unterstützung des Spitzensports animiert hat, spricht die Sporthilfe sie jetzt direkt an. Glücksspiel und Briefmarken liefen schließlich nicht mehr so gut, außerdem will die Stiftung ihre Förderung von knapp 4000 Athleten ausbauen und ihnen die berufliche Ausbildung erleichtern.

Dass Athleten mehr Unterstützung brauchen, hat die Sporthilfe in einer Studie der Deutschen Sporthochschule herausfinden lassen. Das Bruttoeinkommen der von der Sporthilfe geförderten Athleten betrage 1919 Euro im Monat. „Damit sind sie angesiedelt zwischen Köchen und Aufsehern“, sagt Christoph Breuer, der die Untersuchung durchgeführt hat. Ziehe man davon Steuern, Abgaben und Kosten für den Sport ab, bliebe ein verfügbares Monatseinkommen von 600 Euro, sagt Breuer. Dafür hätten sie einen Arbeitsaufwand von 60 Wochenstunden.

Im ersten Jahr will die Sporthilfe 20 000 Kleinsponsoren gewinnen. Medien haben ihnen dafür Werbefläche in Form von Anzeigen und Spots im Wert eines zweistelligen Millionenbetrags eingeräumt. Spontane Wirkung: Eine vierstellige Zahl an Sponsoren hat die Sporthilfe schon zusammen. Friedhard Teuffel

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