Sport : Sportliche und finanzielle Probleme drücken Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt droht zum zweiten Mal in der hundertjährigen Vereinsgeschichte der sportliche und finanzielle Absturz. Schatzmeister Rainer Leben hat dem Präsidium und Verwaltungsrat des Bundesligisten nach mehrwöchiger Recherche seit seinem Amtsantritt im Dezember eine Bilanz präsentiert, nach der offenbar die derzeitigen Schulden des Vereins auf rund zehn Millionen Mark hochgerechnet werden müssen.

"Richtig ist, dass sich die Schulden in hohen Bereichen bewegen. Richtig ist aber auch, dass wir ein Konzept haben, um die Verbindlichkeiten bis Ende der Saison nahe zu wieder ausgleichen zu können", sagte Präsident Rolf Heller. "Ich will das nicht bagatellisieren. Aber in einem wirtschaftlichen Umfeld wie dem der Bundesliga und bei unseren vereinseigenen Werten, Werbe- und Vermarktungsrechten sind solche Summen doch eher Peanuts."

Der zu Saisonbeginn über 20 Millionen Mark geschlossene Vertrag mit dem Rechteverwerter ISPR würde nur die TV-Vermarktungsrechte an der Eintracht betreffen, betonte Heller. Die "übrigen millionenschweren Einnahmen" des Vereins wären davon nicht betroffen. Doch die Anzeichen verstärken sich, dass der Eintracht, sportlich vor der Rückrunde mit acht Punkten Rückstand auf Platz 15 ohnehin angeschlagen, auch große finanzielle Probleme hat.

Beim Amtsantritt von Heller im Dezember 1996 stand die Eintracht mit neun Millionen Mark Schulden direkt vor dem Konkurs, bis der Verein vor einem Jahr dank rigider Sparpolitik fast saniert worden war. Drei Jahre später hat den Klub die Vergangenheit wieder eingeholt. Der nach der vertraulichen Sitzung mit Leben noch in der Nacht auf Mittwoch erfolgte Rücktritt des Verwaltungsratsmitglieds Ernst Maul ist sicher auch ein Indiz. Er übt ein führendes Amt in der Eintracht-Hausbank (BfG) aus.

Für Heller haben die Investitionen zum Start und während der Saison von mehr als 22 Millionen Mark für elf Spieler "zu dieser extremen finanziellen Belastung" geführt. Die jüngsten Verpflichtungen der Leverkusener Dirk Heinen und Thomas Reichenberger für angeblich drei Millionen Mark waren dabei ohne die Zustimmung des Verwaltungsrats über die Bühne gegangen.

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