Sportlotterie startet : Robert Harting hofft auf neue Fördermöglichkeiten

Es geht los. Die von Robert Harting initiierte Deutsche Sportlotterie startet zum 30. Januar. Zunächst aber nur in Hessen - und es gibt noch andere Anfangsschwierigkeiten.

Robert Harting hofft auf das große Los.
Robert Harting hofft auf das große Los.Foto: dpa

Diskus-Olympiasieger Robert Harting setzt zum Start seiner Deutschen Sportlotterie hohe Erwartungen in das neue Fördersystem. „Mal sehen, wie es anläuft. Die Sporthilfe schüttet jedes Jahr zehn Millionen aus, das ist schon mal unser Mindestziel. Wir wollen das aber auf zwanzig Millionen verdoppeln“, sagte der Initiator am Mittwoch bei einer Pressekonferenz von Mitgesellschafter Lotto Hessen in Wiesbaden. Der 30-jährige Berliner räumte aber auch ein, dass dies alles Schätzungen seien.

Von diesem Mittwoch an werden in Hessen Lose verkauft, offizieller Start der Soziallotterie ist am 30. Januar. Harting hatte zusammen mit dem Unternehmer Gerald Wagener die Sportlotterie ins Leben gerufen. Sie soll zur besseren Förderung und sozialen Absicherung von Spitzensportlern beitragen - und arbeitet eng mit der Sporthilfe zusammen. Die 1967 gegründete private Stiftung ist auch Gesellschafter. „So richtig Berge versetzen kann man damit nicht“, sagte der dreifache Weltmeister Harting über die bisherige finanzielle Unterstützung für Athleten durch Sporthilfe und Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die 1970 ins Leben gerufene Glücksspirale verwies darauf, dass sie dem DOSB im Jahr 2014 knapp 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.

Die Lizenz für die Sportlotterie wurde bereits Anfang Juni 2014 erteilt, allerdings mussten Harting und Co. länger auf die Werbeerlaubnis warten; diese liegt nun seit dem 4. November vor. 30 Prozent der Einnahmen gehen direkt an die Sportförderung, ein Teil davon auch an die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA). Der Rest geht für Gewinne, Steuern, Betriebskosten und Werbung drauf. Der Höchstgewinn für die Spielenden beträgt 500 000 Euro, ein Los kostet 2,50 Euro plus 50 Cent Bearbeitungsgebühr. Als einzige Lotto-Landesgesellschaft ist derzeit Hessen dabei.

Als Hauptgewinn winken maximal 500.000 Euro

Bei Fragen nach der Verteilung der Einnahmen wurden jedoch noch ein paar Unklarheiten offensichtlich. „Das ist viel Bürokratie, wir müssen das an die Gemeinnützigkeit anpassen“, erklärte Harting. Klar ist: Die ersten zwölf Millionen Euro gehen an die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Alle weiteren Gelder werden nach einem Schlüssel verteilt, der noch veröffentlicht wird. Die geförderten Sportler sollen im Monat 1000 Euro erhalten und eine Versicherung bezahlt bekommen. „Wir erhoffen uns damit Investitionsfreiheit“, sagte Harting.

Entscheidend sei die individuelle Förderung und dass nicht wie sonst das Gießkannenprinzip verwendet wird: „Ich hoffe, dass wir durch dieses neue Produkt einiges verändern können.“ Der Diskuswerfer sorgte dann noch beim Versuch, in der Bevölkerung für sein Projekt zu werben, für einen Lacher: „Die Gesellschaft, die sich engagiert, wird mit 500 000 Euro belohnt.“ Den Zusatz schob Harting hinterher: „Natürlich nicht jeder.“ Die Chance auf den Hauptgewinn liegt bei 1:3 000 000. (dpa)

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