Sport : Sportminister ächten Käfigkämpfe

Sonst wenig Einigkeit bei Konferenz in Lübeck

Dieter Hanisch

Lübeck - Die Sportministerkonferenz in Lübeck-Travemünde ist mit vagen Verlautbarungen und Appellen zu Ende gegangen. So begrüßten die Länderminister die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), allen Aktivitäten vom Charakter des Ultimate Fighting die Einordnung als Sportart abzusprechen. Der gastgebende schleswig-holsteinische Innenminister Klaus Schlie (CDU) sagte, die so genannten Käfig-Kämpfe seien eine „Gewaltinszenierung unter dem Deckmantel des Sports“. Er rief die Medien auf, diese Veranstaltungen zu ächten. Der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die Kampf-Szenarien als eine „abscheuliche Form von Menschendarstellung“.

Die Ministerrunde rief dazu auf, die Ziele und Maßnahmen des Nationalen Dopingpräventionsplans zu unterstützen. „Wir können nicht Doping im Leistungssport anprangern, es selbst aber nutzen wie etwa die kleine Pille vor der Prüfung, oder das kleine Fläschchen im Fitnessstudio“, sagte de Maizière. Schlie kündigte an, dass Schleswig-Holstein den Glücksspiel-Staatsvertrag aufkündigen wolle. Damit will die CDU/FDP-Regierung in Schleswig-Holstein den internationalen Markt samt privater Wettdienste liberalisieren und das staatliche Glücksspielmonopol kippen. In vielen Ländern stützt sich die Sportförderung auf Glücksspielunternehmen. Welche Folgen der Schritt der Kieler Regierung darauf hätte, ist noch nicht abzusehen. Mecklenburg-Vorpommerns Sportminister Lorenz Caffieri (CDU) warb hingegen für das Modell seines Landes. In Mecklenburg-Vorpommerns ist die Sportförderung in einem eigenen Gesetz geregelt. Dieter Hanisch

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