Sport : Sprechchöre für Henrik Rödl

Albas neuer Trainer siegt beim Heimdebüt 99:82

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Ein Lächeln huschte über das Gesicht von Heiko Schaffartzik. Der 21-jährige Berliner hatte gerade einen Dreipunktewurf zum 30:24 für sein Team getroffen, als viele der 5872 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle applaudierten. Das war erstaunlich, denn Schaffartzik spielt nicht mehr für die Heimmannschaft Alba, sondern für den Gegner der Berliner, die Gießen 46ers. Der aus der Nachwuchsabteilung von Alba stammende Schaffartzik spielte jedoch nicht besonders gut, genau wie sein Team. Alba gewann 99:82 (48:44).

Es war das erste Heimspiel des neuen Alba-Trainers Henrik Rödl, den die Fans zu Beginn des Spiels mit Sprechchören feierten. Am Ende des dritten Viertels, beim Stand von 72:58, war noch mehr von einigen Zuschauern zu hören. Die Schiedsrichter hatten ein vermeintliches Foul an Albas Stefano Garris nicht gegeben, im direkten Gegenzug pfiffen sie ein strittiges Foul gegen Berlins Spielmacher Mithat Demirel. Vorausgegangen waren bereits einige strittige Entscheidungen, nun konnten sich die Fans nicht mehr halten. Viele Zuschauer pfiffen, ein Brillenetui und Bonbons flogen auf das Spielfeld. Am Ende des dritten Viertels riefen die Zuschauer sogar lautstark den Namen des Fußballschiedsrichters, der kürzlich die Manipulation von Spielen zugeben hat: „Robert Hoyzer“.

Doch auch das gestrige Spiel war aufregend. In der ersten Halbzeit hielten die Gießener gut mit, zwangen die Berliner durch aggressive Verteidigung, die sich oft über das gesamte Spielfeld erstreckte, zu vielen Ballverlusten. Alba behauptete seine Führug vor allem dank Jovo Stanojevic, der in der ersten Halbzeit 17 Punkte erzielte und mit insgesamt 26 Punkten Topscorer der Partie wurde. Vor der Pause erlaubte er sich bei sechs Feld- und fünf Freiwürfen keinen Fehlwurf.

Die zweite Halbzeit begann Alba sehr konzentriert: Dank extrem aggressiver Verteidigung gelang eine 11:2-Serie zum 61:46. Danach fanden die Gießener nicht mehr zurück ins Spiel. Spätestens als Michael Wright in der 35. Minute zum 87:61 traf, war das Spiel entschieden. Mithat Demirel sagte: „Die Verteidigung hat den Unterschied gemacht.“

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