Sport : Stagnation in Hoppegarten: Der Scheich spielt in einer anderen Liga

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Die Stars der Szene heißen Samum, Elle Danzig und Sumitas. Sie sind die Galopper, die bei den großen Rennen auftreten und für ihre Besitzer viel Geld verdienen. Sie sind die Werbefiguren für den deutschen Galoppsport. Doch ohne die "kleinen Besitzer" kann der Rennbetrieb nicht existieren. Zwei Drittel aller deutschen Galopper werden von Eigentümern mit ein bis drei Pferden gehalten. Diese Pferde starten bei den Listen- und Ausgleich-Rennen, die neben den Hauptereignissen das Programm füllen und die Wettumsätze für die Bahn profitabel machen.

Das ist für Hoppegarten ein Hauptproblem. Denn im Berliner Umland fehlen Mittelständler, die sich einen Galopper als relativ teures Hobby (etwa 22 000 Mark Kosten im Jahr) leisten können. Da die wirtschaftlich angespannte Lage aber gerade die kleinen Besitzer und Gestüte betrifft, können sich viele zudem die teure Decktaxe - bis zu 50 000 Mark - nicht erlauben. So bleibt auch der zahlreiche Pferdenachwuchs aus, der zu Spitzenpferden führen könnte. Da in Brandenburg der Zuwachs hochklassiger Pferde begrenzt bleiben wird, orientiert sich der Union-Klub auch nach Osteuropa. Auch da gibt es Deckhengste bester Qualität und (neu-)reiche Besitzer. "Wir müssen uns nicht immer nur an Köln orientieren", sagt Union-Präsident Oehler mit Anspielung auf die Pferde-Großbesitzer Georg Baron von Ullmann und Helmut von Finck, die den deutschen Galoppsport mit ihren Gestüten und ihrem wirtschaftlichen Einfluss dominieren. Doch das wirklich große Geld sitzt eben im Westen oder in Dubai. Allein der Scheich von Dubai hält sich rund 700 Gruppe-Pferde - Tendenz: weiter steigend.

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