Start in die Vorbereitung : Albas Neubeginn am Berg

Nach der enttäuschenden Vorsaison reisen die Basketballer von Alba Berlin mit komplett verändertem Kader ins Trainingslager. Im slowenischen Kransjka Gora muss sich das Team erst einmal finden.

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Grüner Bereich. Albas Vule Avdalovic beim Fitnesscheck am Montag im Unfallkrankenhaus Marzahn. Schwitzen wird der Serbe in den nächsten Tagen noch häufiger.
Grüner Bereich. Albas Vule Avdalovic beim Fitnesscheck am Montag im Unfallkrankenhaus Marzahn. Schwitzen wird der Serbe in den...Foto: Harald Ottke

Skisportfans kennen den Wintersportort Kransjka Gora. In der slowenischen Gemeinde macht der Tross der Alpinen Jahr für Jahr Station. Ab Mittwoch werden hier die Basketballer von Alba Berlin für zweieinhalb Wochen ihre Saisonvorbereitung absolvieren – so wie schon zwischen 2007 und 2010. „Das wird hart“, blickt Neuzugang Vule Avdalovic voraus und weiß, dass sich der Spaß angesichts der bevorstehenen Plackerei für ihn und seine Teamkollegen in Kransjka Gora in Grenzen halten wird. Andererseits „ist so ein Trainingslager natürlich notwendig, um in Form zu kommen“. Alba eröffnet die Saison offiziell mit einem Testspiel am 15. September gegen den FC Bayern München, das erste Pflichtspiel in der Liga steht am 3. Oktober gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück an.

Nach dem frühen Ausscheiden im Viertelfinale der Bundesliga-Play-offs in der vergangenen Saison haben die Berliner in der Sommerpause ihr Team einmal mehr runderneuert. Trainer Gordon Herbert musste nach nur einem Jahr wieder gehen, Sasa Obradovic soll seinen Vorgänger nicht nur ersetzen, sondern möglichst vergessen machen. Dazu kamen fünf neue Spieler. Neben dem erfahrenen Aufbauspieler Avdalovic sind das die drei US-Amerikaner Zach Morley, Nathan Peavy und Deon Thompson für die Positionen unter den Körben sowie der Bosnier Nihad Djedovic. Genau wie Heiko Schaffartzik wird der Flügelspieler aber nicht mit ins Trainingslager reisen, weil beide mit ihren Nationalmannschaften in der EM-Qualifikation beschäftigt sind.

Der erneute Umbruch sei so nicht geplant gewesen, erklärt Geschäftsführer Marco Baldi, aber „wir haben im letzten Jahr keine Entwicklung gesehen, deswegen haben wir gehandelt“. Auch weitere Neuverpflichtungen seien nicht ausgeschlossen, auch wenn der Kader „erst einmal komplett“ sei.

Immerhin ist die vor ein paar Monaten noch trübe Stimmung neuer Zuversicht gewichen. Alba bekam eine Wildcard für die Euroleague und darf sich auf attraktive Gegner wie Maccabi Tel Aviv oder Montepaschi Siena freuen. Dazu empfangen die Berliner am 6. Oktober im Rahmen der NBA Europe Tour die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki und im März 2013 richtet Alba auch noch das Final Four im deutschen Pokalwettbewerb aus. „Nach der Enttäuschung in der Vorsaison ist das für uns ein Neustart“, sagt Baldi und fügt hinzu, dass das natürlich auch eine „große Herausforderung“ sei.

Um diese zu meistern, muss das Team erst einmal zusammenwachsen. Hierfür trägt der Trainer naturgemäß die Hauptverantwortung. Vule Avdalovic, der schon zuletzt in Donezk unter Obradovic spielte, soll dabei der verlängerte Arm des Coachs auf dem Feld werden. Dass es deshalb zu teaminternen Querelen mit DaShaun Wood, dem bisherigen Anführer bei Alba kommt, glaubt der 30-jährige Serbe nicht. „Wir konkurrieren mit anderen Mannschaften, nicht innerhalb der Truppe. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, wenn mich der Trainer mal auf die Bank setzt.“

Ob DaShaun Wood das genauso sieht, ist eine der spannenden Fragen in der kommenden Saison. Obradovic wird anders als sein Vorgänger Gordon Herbert in wichtigen Situationen selbst die Spielzüge bestimmen und die Auswahl nicht seinen Profis überlassen. Damit die ihren Coach auch verstehen, ist in den kommenden Wochen viel harte Arbeit nötig. Der Wille, einige Dinge anders anzugehen, ist bei Alba allerdings schon jetzt spürbar.

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