Steilpass - die andere Fußballkolumne : Wecker auf 13 Uhr

Wie würde sich das eigentlich anfühlen? Mit welchen Unwegbarkeiten ist zu rechnen? Und warum kann man eigentlich nicht mit 500-Euro-Scheinen zahlen? Unser Autor Lars Spannagel simuliert den Tag eines Fußballprofis im Selbstversuch.

Lars Spannagel ist schon im Wahlfieber.
Lars Spannagel ist schon im Wahlfieber.Foto: Tsp

Selbstversuche gehen immer. Ein mir bekannter Sportjournalist hat sehr erfolgreich Bücher darüber geschrieben, ein Leben ohne Lügen zu führen oder alle Weltreligionen auszuprobieren. Das kann ich auch. Hier das Protokoll meines Selbstversuchs, wie ein Bundesligaprofi zu leben. 7.30 Uhr. Twittere „Guten Morgen, Fans! Gleich Training! #hardworkbaby.“ Schlafe weiter, Training ist heute erst um drei. 14.42 Uhr. Verfahre mich auf dem Weg zum Training, weil mein Navi spinnt. Brülle meinen Berater an, er soll mir ein neues Auto kaufen. In Gold. 15.09 Uhr. Der Trainer verdonnert mich zu 80 Liegestützen und 400 Euro Geldstrafe, weil ich zu spät gekommen bin. Simuliere eine Sehnenscheidenentzündung, gehe duschen. Will Geldstrafe in die Mannschaftskasse einzahlen, habe aber nur 500er dabei. 15.38 Uhr. Anruf bei „Bild“. Lasse durchblicken, dass der Trainer ein Alkoholproblem hat. Verabrede Homestory, in der ich goldenes Auto vorstelle. Schlagzeile: „Hier zeigt Bomber Spannagel seine Pferdchen.“ 16.30 Uhr. Termin im Tattoostudio. Kann mich nicht entscheiden, ob ich mein Geburtsdatum auf den Unterarm, Che Guevara auf den Rücken oder einen Pitbull auf die Wade stechen lassen soll. Entscheide mich für: alle drei Motive. 20.55 Uhr. Champions League im Fernsehen.

Twittere „kevin-prince war auch schon mal schlanker. #frittenfreund“. 1.30 Uhr. Licht aus. Stelle Wecker auf 13 Uhr. Training ist morgen erst um drei. Liebe Literaturagenten, falls Sie an meinem Selbstversuch Gefallen gefunden haben: Am besten bin ich per Twitter unter dem Namen @goldenbomber zu erreichen.

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