Straßenfußball-WM : Linkspartei kritisiert Visa-Ablehnung

Die Linkspartei hat die negativen Visa-Bescheide für jugendliche Teilnehmer der Straßenfußball-WM in Berlin aus Nigeria und Ghana scharf kritisiert. Die Gastfreundschaft der Deutschen sei "heuchlerisch".

Berlin - Die Bundestagsfraktion der Linkspartei hat die Visa-Ablehnung für jugendliche Teilnehmer der in Berlin bevorstehenden Straßenfußball-WM aus Ghana und Nigeria kritisiert. Von den ursprünglich 24 Mannschaften hätten die Teams aus Ghana und Nigeria für das ab kommenden Sonntag beginnende Turnier keine Einreisegenehmigung erhalten, weil ihnen die «Rückkehrbereitschaft» fehle, erklärte die Innen-Expertin Ulla Jelpke am Montag. «Dass die Bundesregierung erst Straßenkinder einlädt und ihnen dann die Visa mit der Begründung verweigert, die Kinder seien arm, offenbart, wie heuchlerisch die offizielle Gastfreundschaft ist.» Die Ablehnung schade den Projekten des Hilfsnetzwerks «Streetfootballworld».

Die von der UNO und der Bundesregierung unterstützte erste Straßenfußball-WM ist Bestandteil des FIFA-Kulturprogramms. Die Spieler der Mannschaften arbeiten bei Projekten gegen Gewalt, Drogen und Rassenhass oder Aids in aller Welt mit. «Die Welt zu Gast bei Freunden - dieser Slogan muss wohl korrigiert werden», erklärte Jelpke. Willkommen sei in Deutschland nur die reiche Welt. Nicht nur Jugendfußballern, sondern auch Fans aus afrikanischen Staaten seien Visa verweigert worden. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte der «Berliner Zeitung» (Montagausgabe) zu dem Fall: «Alle Visa-Anträge wurden sorgfältig geprüft und in einzelnen Fällen konnten Visa leider nicht erteilt werden.»

Laut «Berliner Zeitung» arbeitet das weltweite Netzwerk «Streetfootballworld» seit 2002 mit dem Projekt in Ghana zusammen, mit dem in Nigeria seit 2004. Beide Mannschaften hätten den Fußball zur Aids-Prävention nutzen wollen. Der Straßenfußball-WM-Organisator Jürgen Griesbeck sagte der Zeitung, er sei enttäuscht. Ghanaer und Nigerianer stünden «unter einem gewissen Pauschalverdacht». (tso/dpa)

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