Streit mit US-Sender : ARD durfte Olympia nicht im Internet zeigen

Warum die Europäische Rundfunkunion (EBU) der ARD in den vergangenen Tagen für einen gewissen Zeitraum untersagt hat, Olympia-Bilder live im Internet zu übertragen.

Markus Ehrenberg,Moritz Honert

Die ARD hatte am Freitag die Eröffnungsfeier auch im Internet gezeigt und soll versäumt haben, die Signale für Computer außerhalb Deutschlands zu sperren. Protest kam vom US–Sender NBC, der umgerechnet rund 600 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Spiele in den USA bezahlt hat. Um mehr Zuschauer erreichen zu können, hatte der Sender die Feier zeitversetzt zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Über das Netz-Angebot der ARD konnten amerikanische Nutzer die Feier live verfolgen. Die EBU ist ein Zusammenschluss europäischer TV-Sender und hat für diese die Übertragungsrechte an den Spielen erworben.

Laut NDR-Sprecherin Iris Bents hatte die EBU „in der Tat der ARD am Freitagabend ein Livestreaming im Internet vorübergehend untersagt“. Am Sonnabendvormittag hätte der Stream wieder gestartet werden können. Die Unterbrechung gehe nicht auf das offizielle Olympia-Angebot der ARD im Internet zurück. „Hier wurde der Livestream ordnungsgemäß mit so genanntem Geoblocking verbreitet. Nach bisherigen Erkenntnissen war aufgrund eines technischen Fehlers bei einem externen Dienstleister der ARD ein weiterer Test-Livestream ohne Geoblocking im Internet zugänglich. Dieser Stream war damit auch im Ausland zu sehen.“

Für eine andere Kuriosität bei der Übertragung der Eröffnungsfeier war die ARD allerdings nicht verantwortlich. Einige Bilder vom Feuerwerk am Freitag wurden nicht live gesendet. Stattdessen habe es sich bei der Sequenz, in der mit Raketen „Fußstapfen“ in den Nachthimmel geschossen wurden, teilweise um vorab mit Tricktechnik bearbeitetes Material gehandelt. Die Bilder waren auch in der ARD zu sehen – ohne Hinweis. Geliefert wurden sie von einer Tochterfirma des Olympischen Komitees (IOC) und dem chinesischen Organisationskomitee Bocog. Die Abnehmer waren vorab nicht informiert, sagte ein NDR-Sprecher.

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