Streit um Kündigung : Hertha und Fiedler sehen sich erneut vor Gericht

Am Mittwoch folgt der nächste Akt im Streit zwischen Hertha BSC und Christian Fiedler. Der frühere Torwarttrainer klagt vor Gericht auf Wiedereinstellung, Hertha hält die Kündigung für rechtens.

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Tragende Rolle. 22 Jahre lang gehörte Fiedler (Nummer 12) zum Verein Hertha BSC.
Tragende Rolle. 22 Jahre lang gehörte Fiedler (Nummer 12) zum Verein Hertha BSC.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Es kommt wohl nicht zum großen Showdown am Mittwoch, 12 Uhr, High Noon, in Saal 224. Der Arbeitsrichter hat zwar angeordnet, dass sowohl Christian Fiedler als auch Michael Preetz persönlich zur mündlichen Verhandlung erscheinen sollen. Aber dass sich der entlassene Torwarttrainer und der Geschäftsführer von Hertha BSC, die jahrelang gemeinsam für den Klub spielten, noch einmal in die Augen schauen, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest Hertha will sich, wie schon bei der Güteverhandlung im Juli, von einem Anwalt vertreten lassen, hieß es beim Klub auf Nachfrage.

Wer auch immer von Herthas Seite beim Arbeitsgericht Berlin-Brandenburg erscheinen wird – er oder sie muss in der auf 45 Minuten angesetzten Verhandlung begründen, warum Hertha Fiedler im Mai gekündigt hatte. Denn der Torwarttrainer klagt auf Wiedereinstellung. Liefert Hertha keinen triftigen Kündigungsgrund, erhält Fiedler sein Gehalt bis Vertragsende. Herthas Torhüter wird der 38-Jährige sicher nicht mehr fliegen lassen, der Klub hat mit Richard Golz längst einen Nachfolger eingestellt. Das geschah auf Wunsch des Cheftrainers Jos Luhukay, der mit Fiedlers Art des Torwarttrainings nicht mehr einverstanden war. Die Kündigung von einen Tag auf den anderen traf Fiedler nach 22 Jahren bei Hertha hart.

Gelingt es Hertha, einen juristisch überzeugenden Kündigungsgrund darzulegen, bleibt noch die Frage, ob die Kündigungsfrist eingehalten wurde. Die richtet sich nach der Zugehörigkeit zum Betrieb: Fiedler findet, seine 18 Jahre als Spieler zählten dazu, Hertha will nur die vier Jahre als Torwarttrainer gelten lassen. Ob der Richter am Mittwoch eine Entscheidung fällt, ist offen. Vielleicht gibt es weitere Gelegenheiten für ein persönliches Wiedersehen. Dominik Bardow

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