Sport : Stunk im Stall Williams

Ralf Schumacher schnauzt Technikchef Head an

Karin Sturm

Monaco - Im Moment kann Ralf Schumacher das Gefühl haben, dass alles gegen ihn läuft. Der erste Trainingstag in Monaco bot ein Beispiel. Nach drei Runden hörte er „eigenartige Geräusche“. Er musste das Auto abstellen. Der Motor musste gewechselt werden. Das bedeutete, dass Schumacher in der Startaufstellung um zehn Plätze zurückgesetzt wird. „Ausgerechnet hier, wo das Überholen praktisch unmöglich ist“, erregte sich Ralf Schumacher. Im vergangenen Jahr stand er in Monte Carlo auf der Poleposition.

In Monaco kann sich Ralf Schumacher auch des Verdachts nicht erwehren, dass neben der Strecke eine Kampagne gegen ihn läuft. Immer wieder streuen offenbar Mitglieder seines eigenen Teams negative Geschichten. „Das ist nichts Neues, das ist ja bei Williams fast allen Fahrern, ob Mansell, Hill oder Villeneuve, so gegangen“, sagt Schumacher. Sein Bruder Michael kam ihm in Monaco ein bisschen zu Hilfe: „Ich finde es alles andere als schön, was da im Moment passiert.“

Ralf Schumacher platzte der Kragen, als er von der jüngsten Geschichte erfuhr, die ein Teammitglied erzählt haben soll. Demnach soll Schumacher seit seinem Testunfall in Monza 2003 Probleme haben. „Ich wüsste nicht, wie man das belegen kann, aber das kann derjenige ja gern mal versuchen, wenn er nicht zu feige wäre“, sagte Schumacher. „Wenn es ein Teaminterner ist, ist es noch peinlicher.“

Es wird vermutet, dass hinter den Gerüchten Patrick Head, der Technikchef bei Williams, steht. „Der soll mal seinen Kopf schön in den Sand stecken. Schließlich ist er es, der für das Auto verantwortlich ist. Der Unfall passierte, weil die Aufhängung gebrochen war. Er hat in diesem Zusammenhang allen Grund, ganz ruhig zu sein,“ sagte Schumacher.

Unterdessen ist Juan Pablo Montoya bei BMW Williams an Ralf Schumacher vorbeigezogen. Montoya war im Qualifying besser. Im vergangenen Jahr war es umgekehrt. Das habe Pablo Montoya auch nicht geholfen, sagte Ralf Schumacher. „Da wurde ich immer gefragt, warum es im Rennen nicht weitergeht?“ Jetzt stehe er in den Rennen von den Zeiten her ganz gut da, „aber dann ist es plötzlich wieder zweitrangig. Also da ändern sich anscheinend von Jahr zu Jahr die Prioritäten, wie man es gerade braucht“, machte Schumacher seiner Unzufriedenheit Luft.

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