Sport : Suche, tausche

Benedikt Voigt

begrüßt die Idee einer offiziellen WM-Kartenbörse Es ist noch nicht endgültig geklärt, welchen Wert zwei Tickets für das Fußballspiel am 11. Juni 2006 im Leipziger Zentralstadion haben. Einerseits sind sie wertvoll, handelt es sich doch um eine Partie im Rahmen einer Fußball-Weltmeisterschaft. So ein Kick lockt gemeinhin nicht nur Fußball-Liebhaber ins Stadion, zudem hat in der ersten Bestellphase nur ungefähr jeder zehnte Bewerber Tickets bekommen. Andererseits spielen an jenem Tag in Leipzig C3 gegen C4, was Brasilien gegen England heißen könnte – aber auch Togo gegen die Ukraine. Genaueres ergibt erst die Auslosung im Dezember. Ein Besitzer von Karten für ein Spiel der Togoer könnte auf die durchaus berechtigte Idee kommen, seine Tickets loswerden zu wollen. Aber wie?

Es war ein ehrenwertes Ziel der WM-Organisatoren, den Schwarzhandel mit Eintrittskarten unterbinden zu wollen. Doch die starre Personalisierung von Eintrittskarten mehr als 14 Monate vor Spielen, die noch nicht feststehen, geht weit über das Ziel hinaus. Und der Schwarzmarkt lässt sich so nicht abschrecken, wie erste Auktionen mit WM-Tickets im Internet zeigen. Es gibt einen großen Bedarf, Tickets zurückzugeben, zu tauschen und zu kaufen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, wie es die offizielle Ticketagentur CTS Eventim plant, eine offizielle Tauschbörse einzurichten. Diese will gegen eine Bearbeitungsgebühr zurückgegebene Karten neu verkaufen. Das würde den Schwarzmarkt empfindlicher treffen als die aktuellen Warnungen der WM-Organisatoren. Noch aber sperren die sich gegen eine Tauschbörse. Noch.

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