Sport : Süßes für den Mittelblock

Die deutschen Volleyballerinnen stehen heute dank ihres enormen Teamgeistes im Viertelfinale der EM

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Menschliche Mauer. Christiane Fürst (links) und Angelina Grün beim Block. Foto: dpa
Menschliche Mauer. Christiane Fürst (links) und Angelina Grün beim Block. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Es ist natürlich wieder eng geworden in der Kabine, aber so ist das halt, das gehört zum Ritual. Vor jedem Länderspiel versammeln sich alle deutsche Volleyballerinnen einschließlich Trainer und aller Betreuer in der Kabine. Dann wird es laut, dann stimmt sich die Mannschaft ein, dann geht sie aufs Feld.

Bei der EM in Serbien hat sie bisher danach immer gewonnen.

Die Spielerinnen von Trainer Giovanni Guidetti besiegten die Ukraine, dann Frankreich mit seinen starken Mittelblockerinnen, und zuletzt Serbien. Ausgerechnet Serbien, den Gastgeber, den die eigenen Fans mit ohrenbetäubendem Lärm anfeuern, den Drittplatzierten des Grand Prix, der dort gleich zweimal Weltmeister Russland besiegt hatte. Serbien, das sich im Angriff deutlich verstärkt hat und als Favorit ins Turnier gegangen ist. 3:1 gewannen die Deutschen um Mannschaftsführerin Margareta Kozuch.

Jetzt stehen die Deutschen im Viertelfinale, heute Abend treffen sie auf Tschechien, das sich gegen Frankreich behaupten konnte. Guidettis Spielerinnen gehen vergleichsweise ausgeruht in die Partie, durch den Erfolg gegen Serbien haben sie sich einen zusätzlichen Ruhetag gesichert. Dieser Sieg war wichtig wegen der Olympischen Spiele. Guidetti will mit seiner Mannschaft 2012 nach London, dazu braucht er einen guten Platz in der Weltrangliste. In Belgrad haben die Deutschen wichtige Punkte für diese Liste gesammelt. Und wenn die Mannschaft sogar ins Finale kommt, könnte sie noch am World Cup in Japan teilnehmen. Dort werden im November die ersten drei Startplätze für London vergeben.

Der Teamgeist ist der entscheidende Grund für diese Erfolge. „Diese Gruppe ist etwas Besonderes. Sie hält zusammen, egal, was passiert“, sagte Guidetti in Belgrad. „Jeder hat seinen Verantwortungsbereich und weiß, was zu tun ist“, sagt auch Angelina Grün, die beste deutsche Volleyballerin.

Grün ist ein gutes Beispiel für diesen Teamgeist. Sie war drei Jahre lang weg von der Nationalmannschaft, sie hatte Beach gespielt, und reihte sich erstmal klaglos in der zweiten Reihe ein. Und jetzt, abgesehen von einem kleinen Tief gegen die Ukraine, zählt sie wieder zu den Leistungsträgern. Zu einer Stärke der Deutschen entwickelt sich zudem der Aufschlag. Die kann man schon mal zwischenfeiern. Mittelblockerin Corina Ssuschke-Voigt jedenfalls belohnte sich an ihrem freien Tag. Sie kaufte in einem Supermarkt Süßigkeiten: „Das habe ich mir verdient.“

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