Sport : Sven Felski – der treuste Eisbär

Claus Vetter

Berlin - Als gestern im Sportforum der Meisterpokal der Deutschen Eishockey-Liga an die Eisbären übergeben wurde, war es für einen ihrer Spieler ein ganz besonderer Moment: Sven Felski hatte Tränen in den Augen, der Stürmer, 30 Jahre alt, seit 13 Jahren Profi im Berliner Klub und seit 26 Jahren in Hohenschönhausen auf dem Eis. Als Kind zunächst als Eiskunstläufer, dann, als sein Talent für die filigranen Kurven nicht reichte, als Eishockeyspieler. Keiner gehört so zu den Eisbären wie Felski. Das ist einerseits schön für ihn. Die Berliner Fans mögen den Stürmer mit der Nummer elf wie keinen anderen. Andererseits war Felski lange der einzige Deutsche im Klub, auf den sich das öffentliche Interesse konzentrierte. Erst recht, als das Bosman-Urteil in den Neunzigerjahren deutsche Spieler bei den Eisbären zur Rarität werden ließ. Der Druck war groß damals, sagt er. Nach dem Motto: „Warum hast du erst sechs Tore geschossen, wenn der Kanadier schon zehn geschossen hat?“

Die Zeiten sind vergessen, seitdem die Eisbären vermehrt auf deutsche Spieler setzen. Die Konzentration auf Felski ist gesunken, er scheint sich wohler zu fühlen, auch wenn er nicht zu den erfolgreichsten Torschützen gehört. „Zahlen können täuschen“, sagt er. „Wenn ich nicht bei Überzahl spiele, kann ich auch nicht unter die besten Scorer kommen. Und wenn ich meist den defensiven Part in unserem offensiven System spielen muss, dann ist das mit dem Toreschießen für mich eben komplizierter als für jemanden, der nur vor dem Tor herumläuft.“

Einmal wollte Sven Felski „den Meisterpokal durch die Gegend tragen“. Gestern war der Moment gekommen. Meister konnte er ohnehin nur noch mit den Eisbären werden. Früher war bei ihm einmal von einem Klubwechsel die Rede. Heute, mit 30 Jahren, nicht mehr. „Jetzt wird nur gefeiert. Was genau passiert, ist mir egal“, sagte Felski, nachdem er den Pokal in die Fankurve gereckt hatte.

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