Synchronschwimmen : "Am Anfang war es ein Männersport"

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Niklas Stoepel, haben Sie sich in der Vergangenheit diskriminiert gefühlt?

Schon. Als männlicher Synchronschwimmer konnte ich nicht an Europa- oder Weltmeisterschaften teilnehmen. National war das kein Problem.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Der Weltschwimmverband erlaubt auch Mixed-Duette im Synchronschwimmen. Freuen Sie sich?

Ich halte die Entscheidung für komplett richtig und längst überfällig, vor allem wenn man bedenkt, dass es im Eislaufen seit Langem Mixed-Duette gibt.

Wie wirkt sich das auf Sie aus?

Ich schwimme nur noch auf MastersNiveau, das ist ein unterklassiger Wettbewerb, da geht es lockerer zu. Aber da könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen, bei einer EM oder WM zu schwimmen.

Warum war Synchronschwimmen bisher nicht für Männer offen?

Die Begründung war oft:Es ist ein Frauensport, der bei Männern nicht so elegant aussieht. Das würde sich keiner angucken. Wobei es ganz am Anfang sogar ein reiner Männersport war und erst später zum Frauensport geworden ist.

Manche sagen, Männer-Synchronschwimmen sei nicht ästhetisch.

Im Eiskunstlaufen ist das gemischte Duett schon lange aktuell. Man kann mit einer Frau und einem Mann die Musik besser interpretieren, Rollen spielen. Auch sind Männer kräftiger, können höher heben, Sprünge machen. Wenn man sich damit auseinandersetzt, kann man das sehr zum Vorteil nutzen.

Sie sind der einzige deutsche Synchronschwimmer im Leistungssportbereich, was sagen Ihre Bekannten dazu?

Im Studium gibt es nur positive Reaktionen. In der Schule war es vielleicht ein bisschen komisch, aber nie feindselig.

Gab es dumme Sprüche?

Einmal auf einer Party, da war gerade ein Zeitungsartikel über mich erschienen, hat einer in der Runde darüber gelästert – ohne zu wissen, dass ich zwei Plätze neben ihm sitze. Das war aber eher ein Eigentor für ihn.

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