• Täglich früh: Was in der Nacht geschah: Deutsche freuen sich, Deutsche ärgern sich

Täglich früh : Was in der Nacht geschah: Deutsche freuen sich, Deutsche ärgern sich

Jeden Morgen hier: Die Rückschau auf die Nacht. Heute mit: Teamsport!

Markus Hesselmann

Alle vier Jahre, wenn wieder Olympia ist, erfahren die Deutschen, dass man den Ball nicht nur mit dem Fuß spielen kann. Dann dürfen die Hand-, Basket-, Volley- und Wasserballer ins Fernsehen sowie natürlich die Hockeyspieler, die wir hier in Berlin besonders lieben. Irgendeine Volley- oder Wasserballerin (Hockeyspielerin) taucht dann zuverlässig im Playboy auf ("Wenn es ästhetische Fotos sind, warum nicht? Meine Mutter war begeistert"). Und dann lernen wir bereitwillig Namen wie Moculescu oder Schertwitis. Oder hören uns mit schlechtem Gewissen an, dass es den lieben Randgruppensportlern in wirklich sportbegeisterten Ländern wie Brasilien, Italien oder Russland wirklich gut geht. Viel viel besser als in Deutschland, wo nur der Fußball zählt. Und dann der Fußball und dann der Fußball.

Hockey-Damen stark

Umso schöner, dass die Unseren trotzdem mithalten können, zumindest einige. Im Hockey zum Beispiel, da haben die deutschen Damen - es gehört sich nicht, in diesem hochherrschaftlichen, aber gleichzeitig gutnachbarschaftlichen Sport profan von Frauen zu sprechen - heute Nacht mit einem 1:0 gegen Japan den Gruppensieg und damit den Einzug ins olympische Halbfinale geschafft.

In dem Moment, in dem diese Rückschau online ging, wie an jedem olympischen Morgen um punkt Acht deutscher Zeit, schwammen die deutschen Wasserballer in ihrem letzten, entscheidenden Gruppenspiel gegen die USA an - und verloren 7:8.

Beim Beachvolleyball sind nach dem Viertelfinal-Aus des Duos Klemperer/Koreng keine Deutschen mehr dabei. Und die deutschen Hallen-Volleyballer haben gerade in diesem Moment gegen Brasilien verloren (0:3). Das kennen wir vom Fußball.

Noch mehr Ball-/Team-Sport heute

Gut, dass da noch was kommt: Die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen stehen im Halbfinale gegen die Vizeweltmeisterinnen aus Brasilien (Anpfiff: 12 Uhr). Die Handball-Weltmeister sind noch lange nicht so weit. Das Team von Trainer Heiner Brand muss im Spiel gegen Europameister Dänemark (13 Uhr) erst einmal die Vorrunde überstehen. Beim Basketball spielt Deutschland im letzten Vorrundenspiel um 14 Uhr gegen die USA nur noch für Ehre und Spaß - und einen würdevollen Abschied für Dirk Nowitzki. Alle drei Spiele können Sie, liebe Leser, auf unserer Olympia-Sonderseite www.tagesspiegel.de/olympia2008 in jeweils speziellen Live-Tickern verfolgen.

Auch Tischtennis ist Teamsport. Da stehen die deutschen Männer (Herren?) im Finale gegen China, dem Tischtennis-Leviathan - vor allem dank Superstar Timo Boll durchaus mit Chancen. Um 13.30 Uhr geht es los.

Die Bundesliga hat übrigens auch angefangen. Hertha hat 2:0 gewonnen. Dumm nur, dass Schalke 3:0 gewonnen hat.

P.S.: Hier schnell noch ein Hörtipp als Olympia-Soundtrack: "Hockey" von der großen deutschen Band Palais Schaumburg. Viel besser als Sportfreunde Stiller.

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