Sport : Tag der Einheit?

NOK und DSB entscheiden heute über ihre Fusion

Christian Tretbar

Köln - Der deutsche Sport steht vor einem wichtigen Wochenende. In Köln entscheiden an diesem Samstag sowohl das Nationale Olympische Komitee (NOK) als auch der Deutsche Sportbund (DSB) darüber, ob sie fusionieren. Genauer gesagt stimmen die Mitgliederversammlungen der beiden Organisationen darüber ab, ob sie sich auflösen, um im Mai 2006 einen neuen Dachverband zu bilden. Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) soll das neue Gebilde heißen.

Doch insbesondere beim NOK ist es fraglich, ob 75 Prozent der Delegierten zustimmen werden. 149 NOK-Mitglieder werden darüber befinden. Wenn 38 dagegen stimmen, ist der Fusionsprozess zunächst einmal gescheitert. Neben den Verbänden der olympischen Sportarten hat das NOK auch 33 persönliche Mitglieder, die stimmberechtigt sind. Die Fusionsgegner unter ihnen werden auf 15 geschätzt. Aber auch einige Verbände sind gegen die Vereinigung. Die Arbeitsgemeinschaft Wintersport erklärte schon zu Beginn der Woche, dass sechs der sieben Verbände gegen die Fusion stimmen wollen. Jeder dieser Verbände hat drei Stimmen – das wären schon 18 Stimmen gegen die Fusion. Sollten sich auch 15 persönliche Mitglieder dagegen entscheiden, wäre man schon bei 33 von den 38 nötigen Gegenstimmen.

Der Widerstand im DSB gegen die Fusion ist dagegen gestern geschrumpft. Die Präsidien von NOK und DSB gingen nämlich auf die wichtigste Forderung der Landessportbünde ein, ihnen im neuen Verband einen Stimmenanteil von 33 Prozent plus eine Stimme zu gewähren. Auch die Politik hat sich noch schnell eingeschaltet. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: „Ich will ja nicht in die Autonomie des Sports eingreifen, aber ich hoffe auf eine weise und zukunftsweisende Entscheidung.“ Den Anfang macht das NOK heute Vormittag. Ob der DSB am Nachmittag seine Mitgliederversammlung überhaupt beginnt, hängt vom Abstimmungsergebnis des NOK ab.

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