Tagesspiegel-Ticker : Zum Nachlesen: Die Pressekonferenz beim FC Bayern München

Auf einer Pressekonferenz äußerten sich Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zum Trainerwechsel beim FC Bayern München. Hier unser Live-Ticker zum Nachlesen.

Friedhard Teuffel
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Was zu erklären. Rummenigge, Hoeneß.Foto: dpa

14.00 Uhr.

Die Bayern-Führung ist versammelt. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz-Rummenige, Manager Uli Hoeneß und Geschäftsführer Karl Hopfner. Der neue Trainer Jupp Heynckes und Hermann Gerland als Assistent werden erst am Dienstag vorgestellt.

14.02 Uhr. Rummenigge zählt noch einmal die Wunden des FC Bayern auf:  "0:4 Barcelona, 1:5 Wolfsburg, 0:1 Schalke."

14.02 Uhr. "Die psychologische Barriere zur Seite räumen", das ist Rummenigges Begründung für die Entlassung. "Wir hatten große Sorge, dass wir unsere sportlichen Ziele erreichen."

14.04 Uhr.
Nun kommt der Mann fürs Bayern-Gefühl zu Wort. "Wir waren in dieser Saison noch nicht einmal Tabellenführer", sagt Uli Hoeneß. Reicht doch eigentlich als Begründung für eine Trainerentlassung. Die Seele des FC Bayern ist tief verletzt. Sich die Tabellenspitze von unten anzuschauen, das geht einfach nicht. 

14.05 Uhr. Aber wie soll man diesen Satz verstehen? "Vielleicht muss man auch den Jürgen schützen", sagt Hoeneß. Ist das väterliches Mitgefühl für einen gescheiterten Sohn? Klinsmann sei schließlich geschockt gewesen, als sie ihm um halb zehn am Morgen die Entscheidung mitgeteilt hätten, bei Rummenigge im Büro. Oder steckt vielleicht ein bisschen Überlegenheit darin, dass Klinsmann eben nicht groß genug war für den FC Bayern? Nach dem Sieg der Cottbuser gegen Wolfsburg habe Klinsmann noch einmal gehofft, erzählt Hoeneß- "Aber wir haben es trotzdem gemacht." Denn wo kämen sie hin, die Bayern, wenn sie sich bei ihren Entscheidungen von anderen abhängig machten, von irgendwelchen Cottbusern oder Wolfsburgern gar?

14.10 Uhr. Was verdient eigentlich so ein Trainer der Bayern? Ist doch gar nicht so wichtig, will Rummenigge wohl sagen. Denn mit Heynckes habe er noch gar nicht über Geld gesprochen. Das sei Heynckes gar nicht wichtig gewesen. Da könnten die Verhandlungen mit Klinsmann dagegen härter werden. Darum wird sich Karl Hopfner kümmern, der Mann für die Geschäftszahlen beim FC Bayern.

14.15 Uhr. Hoeneß fasst die vergangenen Wochen zusammen und die kurze Ära gleich mit: "Alle wichtigen Spiele haben wir verloren. Das muss uns nachdenklich machen. Bei aller Liebe - das beste Konzept nutzt Dir nichts, wenn nicht die Ergebnisse kommen." Der Fußball, das hätte er auch sagen können, muss und kann nicht neu erfunden werden. Oder anders: Auch mit Heynckes kann man noch Meister werden.

14.19 Uhr. Und wie geht es weiter? Ein Journalist fragt nach Arsène Wenger, dem Trainer des FC Arsenal und nennt die "Daily Mail" als Quelle. Rummenigges Antwort: "Wir haben bewusst bisher noch keinen anderen Trainer kontaktiert." Also: Heynckes bleibt für fünf Spiele, seinen Nachfolger werden die Bayern von heute an suchen. Und wann es sein wir, dafür wählt Rummenigge das wunderschöne Wort "zeitnah".

14.23 Uhr. Klinsmann, der schwäbische Cleverle, soll sich eine Klausel in den Vertrag verankert haben lassen, dass ihm bei einem Rauswurf noch das komplette Gehalt der darauffolgenden Saison ausbezahlt wird. Danach fragt nun ein Reporter. Auch Karl Hopfner hat davon schon gelesen, allerdings angeblich nur in der Zeitung, nicht in einem Vertrag. "Das ist der größte Blödsinn, von dem wir gehört haben."

14.26 Uhr. Eines fehlt noch, das Loblieb auf den Neuen. Wer könnte das besser tun, als Uli Hoeneß, der alte Weggefährte von Heynckes. "Er ist ein Mann, der Fußball lebt. Es geht ihm nicht ums Geld, wir brauchen wahrscheinlich nicht mal einen Vertrag. Wir brauchen jetzt mal Aufbruchstimmung, weil wir so viel Bremsen drin hatten. Er ist ein Fußballlehrer, das ist das, was wir im Moment brauchen." Auch da lässt sich viel herauslesen. Vorwärts in die Vergangenheit, die Retro-Bayern sind geboren.

14.29 Uhr. An die letzte Entlassung von Heynckes kann sich Hoeneß noch allzu gut erinnern. "Wir haben damals beide geheult wie die Schlosshunde. Ich habe gespürt, das ist ein Riesenfehler, aber ich habe es trotzdem gemacht." Es gehe ihm jetzt auch nicht darum, alte Freundschaften wiederzubeleben. Er brauche einen Mann, der den Bayern hilft.

14.30 Uhr. Ende der Durchsagen. Bayern-Sprecher Hörwick erklärt, dass es keine weiteren Erklärungen geben wird.

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