Taktikschule Tschechien : Es gibt nicht nur Rosicky

Die Tschechen haben sich nach der Auftaktniederlage gegen Russland gesteigert - was vor allem an Tomas Rosicky lag. Doch der ist nicht zu hundert Prozent fit. Mathias Klappenbach findet, dass das nicht automatisch ein Nachteil ist.

von

Ohne Tomas Rosicky spiele die Mannschaft mit mehr Angst, sagt Petr Jiracek. Der Mittelfeldspieler leidet wie das gesamte Team und die tschechische Fußballnation mit ihrem angeschlagenen Star. Nahezu jeder Angriff läuft über Rosicky, alle warten auf seine Ideen und Pässe. Doch wenn man genauer hinschaut, geht es vor dem entscheidenden Spiel gegen Polen vor allem darum, die eigene Unsicherheit auf Rosickys schmale Schultern abzuladen.

Denn es funktioniert auch ohne den Schlüsselspieler. Zwar gab es einen Bruch im tschechischen Spiel beim 2:1 gegen Griechenland, das lag aber mehr am Verwaltungsfußball nach der schnellen 2:0-Führung als an der Auswechslung des angeschlagenen Rosicky zur Halbzeit. Bis dahin hatten die Tschechen gezeigt, dass sie besonders im Mittelfeld gut aufgestellt sind. Der Wolfsburger Petr Jiracek füllte die Lücken sowohl im Zentrum als auch auf der rechten Seite und trieb gleichzeitig das Offensivspiel gemeinsam mit Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie an.

Ein Vorteil der Tschechen ist, dass sie im Gegensatz zu einigen anderen Teams über zwei gleichstarke Seiten angreifen können – bei den Polen ist eindeutig die rechte Seite dominant. Über links attackiert Vaclav Pilar, der bei dieser EM schon zweimal getroffen hat. Auch Pilar wechselt im Sommer nach Wolfsburg. Er ist klein und nicht gerade zweikampfstark, jedoch läuferisch überragend. Da muss man gar nicht so viel Angst haben um Tomas Rosicky, er kann sich im Mittelkreis schonen und ab und zu einen Pass spielen.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar