Sport : Tanja Damaske: Die Karriere soll nicht abreißen

Tanja Damaske gibt nicht auf. Vier Wochen nach dem zweiten Achillessehnenriss innerhalb von nur 13 Monaten, der die Speerwurf-Europameisterin wenige Tage vor dem Olympia-Einsatz in Sydney ereilt hatte, beseitigt die Berlinerin alle Spekulationen um ihre sportliche Zukunft. "Offenbar erwarten einige meinen Rücktritt. Aber ich mache weiter. Es sei denn, ich werde nicht mehr genügend gefördert", sagt die WM-Dritte von 1997.

Ob Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) und Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) die schon 1999 unmittelbar vor der WM-Qualifikation in Sevilla als Medaillenkandidatin an einem Achillessehnenriss gescheiterte Weltranglistenfünfte (66,73 m) weiter in bisheriger Höhe unterstützen, wird erst im Dezember klar sein. Auch ihr Verein OSC gab noch keine Zusage. Allerdings kann Tanja Damaske damit rechnen, dass ihr Beratervertrag durch den Trägerverein des Berliner Olympiastützpunktes verlängert wird. Allerdings werden die Konditionen voraussichtlich etwas reduziert. Dies erklärte der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV), Christoph Kopp. Er geht auch davon aus, dass Tanja Damaske im A-Kader des DLV bleibt. Doch selbst eine B-Kader-Zugehörigkeit hätte nur geringe finanzielle Nachteile.

Dass die Berlinerin zum zweiten Mal in Folge Olympia und damit die erhoffte Medaille verpasste sowie das große Geld, das die gerade zurückgetretene Rivalin Trine Hattestad in dieser Saison kassierte, daran mag Tanja Damaske gar nicht denken. Die Norwegerin holte sich mit 69,48 m den Weltrekord, dann Olympia-Gold, zudem gewann sie in der Golden League 200 000 und im Grand Prix 230 000 Dollar - inklusive Startgelder mehr als eine Million Mark. "Ich hätte Trine den Weg zum Gold sicherlich schwerer gemacht. Denn ich fühlte mich in Medaillenform. Aber ich gönne Trine diesen Erfolg. Schade, dass sie nicht mehr dabei ist, denn sie hat unsere Disziplin populär gemacht", sagt die 28-Jährige.

Einen Monat nach der Verletzung ist Tanja Damaske noch immer nicht operiert. "Das Problem war, dass die alte Narbe in unmittelbarer Nähe der neuen Verletzung aufplatzte und die Gefahr einer Infektion zu groß war", sagt Tanja Damaske. Inzwischen sieht es danach aus, als ob keine Operation mehr stattfinden wird. "Der Abriss ist diesmal nicht total erfolgt", so die Leichtathletin. Nächstes großes Ziel der Junioren-Weltmeisterin von 1990 ist die WM 2001 in Edmonton.

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