Sport : Teilstadt schlägt Region

Eisbären Berlin bezwingen Sauerland-Vertreter Iserlohn 5:4

Claus Vetter

Berlin. Es war doch meist ziemlich belanglos, was sich da gestern Abend im Sportforum Hohenschönhausen abspielte, mitunter allerdings auch irritierend. Ging es nach den Anfeuerungsrufen der Fans in der Halle, dann spielte sich auf dem Eis ein Vergleich zwischen einer Teilstadt und einer ganzen Region ab. „Berlin-Ost“ skandierten die Anhänger der Heimmannschaft recht häufig, „Sauerland“ brüllte die kleine Fraktion von Fans des angereisten Teams. Das war natürlich etwas irreführend. In Wahrheit spielte nämlich der EHC Eisbären Berlin gegen die Iserlohn Roosters. Und tatsächlich handelte es sich um eine Partie im Rahmen des 10. Spieltages der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Dies allerdings war angesichts der Dürftigkeit der Darbietung dann schon nicht mehr so recht zu erkennen. Die Eisbären bezwangen nach einem schwachen Spiel die Roosters 4:3 (1:1, 1:1, 1:1 – 1:0) nach Penaltyschießen.

Dabei hatte es bei der Präsentation der Eisbären-Mannschaft vor dem ersten Bully doch stimmungsvoll vor 4500 Zuschauern im Sportforum begonnen. Schließlich gab es doch etwas zu feiern: Yvon Corriveau absolvierte in dieser Saison sein erstes Heimspiel für seinen Arbeitgeber, und dann hatte auch noch nach neun Spielen verletzungsbedingter Pause David Roberts sein Comeback. Nun ja, so recht glücklich begann zumindest für Corriveau die Rückkehr in den Wellblechpalast nicht. Nach seinem ersten Einsatz durfte der ein wenig übermotiviert wirkende Kanadier gleich mal auf die Strafbank.

Immerhin, die Eisbären gingen schon bald nach Corriveaus unfreiwilligem Ausflug durch Kelly Fairchild in Führung. Wenig später allerdings durften die defensiv agierenden Roosters das machen, was sie gestern am besten konnten: in Überzahl agieren. Matt Higgins überwand dabei Eisbären-Torhüter Rich Parent mit einem Bauerntrick. Dem Ausgleichstreffer folgte wenig Unterhaltsames. Erst in der 23. Minute sorgte Denis Pederson mit seinem Treffer zum 2:1 für die überlegenen, aber oft unglücklich agierenden Eisbären wieder für gute Stimmung in der Halle. Die hielt allerdings nicht lange an. Denn der Kanadier Bryan Adams traf zum 2:2, natürlich war Iserlohn in Überzahl. Kurz vor der zweiten Pause kam es für die Eisbären noch schlimmer: Überzahl Iserlohn, Torschütze diesmal James Black.

Im letzten Abschnitt mühten sich die Berliner dann gegen die zuvor in drei Spielen sieglosen Iserlohner aber doch noch redlich. Fairchild glich zum verdienten 3:3 aus. Dabei blieb es bis zur Schlusssirene. Das Penaltyschießen musste entscheiden. Rob Shearer sorgte mit seinem Treffer dafür, dass sich die Eisbären am Ende über zwei Punkte freuen konnten.

Die Berliner vermiesten damit zugleich Teal Fowler seine Premiere als Cheftrainer in Iserlohn und in der DEL. Der Kanadier war erst am Sonnabend nach der Demission von Dave Whistle vom Kotrainer zum Boss hinter der Bande befördert worden.

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